NRW weitet Förderung aus

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Ab sofort landesweit Unterstützung für Tierhalter gegen den Wolf

 

Nordrhein-Westfalen weitet den Schutz von Weidetieren vor Wolfsübergriffen deutlich aus. Das teilte das NRW-Umweltministerium in der vergangenen Woche mit. Ab sofort können Tierhalter von Schafen, Ziegen und Gehegewild in allen Regionen des Landes finanzielle Unterstützung für wolfsabweisende Maßnahmen beantragen. Das Umweltministerium hat dafür die Förderrichtlinien Wolf angepasst.

 

Bislang erfolgte die Förderung in Wolfs- und Verdachtsgebieten, die etwa die Hälfte der Landesfläche umfassten. Um Weidetierhaltungen auch außerhalb dieser Kulissen zu unterstützen, ermöglicht das Land jetzt eine landesweite Förderung. Die Kosten für investive Herdenschutzmaßnahmen – wie spezielle Zäune oder unter bestimmten Vo­raussetzungen auch die Anschaffung und Ausbildung von Herdenschutzhunden – werden zu 100 % übernommen. Die Förderung ist begrenzt auf Kosten für investive Maßnahmen, nicht zuwendungsfähig sind Folgekosten für Aufbau und Unterhaltung von Schutzzäunen sowie für Futter, Versicherung und Tierarzt bei Schutzhunden.

 

Anträge auf Förderung von Herdenschutzmaßnahmen können weiterhin bei der Landwirtschaftskammer NRW gestellt werden. Seit dem 1. August startet das Antragsverfahren mit einem Beratungs- und Informationsgespräch durch die Herdenschutzberatung. Das neue Verfahren soll Rückfragen verringern und den Prozess erleichtern.

 

Entschädigungen nach Wolfsrissen von Haus- und Nutztieren werden weiterhin landesweit gezahlt. Nach einer Übergangsfrist von einem Jahr muss dafür jedoch ein Grundschutz gegen den Wolf vorhanden sein. Das Ministerium will damit langfristig nach eigenen Angaben einen flächendeckenden Herdenschutz erreichen.

 

Der Präsident des Rheinischen Landwirtschafts-Verbandes (RLV) Erich Gussen bezeichnete die Herdenschutz-Förderung in NRW auch nach der Ausweitung auf das gesamte Land als halbherzig. „Während in Nachbarbundesländern wie Rheinland-Pfalz und Niedersachsen der Mehraufwand beim Weidemanagement gefördert wird, bleiben unsere Tierhalter beim Schutz ihrer Herden nach wie vor auf Kosten sitzen. Hier muss dringend nachgebessert werden“, mahnte er.

 

Zudem würden Nutztierrisse gerade in Gebieten mit ständiger Wolfs-Präsenz eine enorme Belastung für die Tierhalter darstellen. „Tierhaltung auf der Weide ist mit Herdenschutzmaßnahmen allein nicht zu sichern, viel zu oft wurden Schutzzäune inzwischen von Wölfen überwunden. Was wir neben einer leichteren Entnahme von Problemwölfen endlich brauchen, ist eine aktive Regulierung des Wolfsbestands in Deutschland. Die Möglichkeiten, die uns das EU-Recht nach Senkung des Schutzstatus bietet, sollten wir umgehend nutzen!“, forderte Gussen.