Nüsse vom Kaiserstuhl

Foto: Familie Schott

Nüsse sind Nischenkulturen, die als solche ihre Chancen und Risiken bergen. Familie Schott aus Leiselheim am Kaiserstuhl hat bereits 1976 mit Anbau und Vermehrung von Wal- und Haselnüssen begonnen, entsprechend bietet der Betrieb höchst interessante Einblicke in die Nuss-Nische.

Warum ausgerechnet Nüsse? „Gute Frage. Eine Faszination üben diese besonderen Kulturen schon auf mich aus“, antwortet Matthias Schott. Wo die Anzahl an Produzenten weltweit ziemlich überschaubar ist, sind Zusammenhalt und Austausch untereinander entsprechend wichtig. Der Betriebsleiter war schon in Südamerika, in Zentralasien – immer wieder hat er internationale Tagungen zum Nussanbau besucht und auch selbst schon etliche Vorträge gehalten. Den Betrieb mit Baumschule und Erwerbsanlagen hat er 2017 von seinem Vater übernommen. Als er die ersten Walnüsse pflanzte, waren die Bäume am Kaiserstuhl noch absolute Raritäten.

Die Haselnüsse kamen etwas später dazu. Die unterschiedlichen Nüsse haben im Anbau mehr Ähnlichkeiten, als man auf den ersten Blick meinen könnte: Beide brauchen nach der Pflanzung fünf bis acht Jahre, bis sie nennenswerte Erträge zeigen, und beide haben eine sehr lange Standdauer. Man rechnet mit mindestens 60 Jahren. Das fordert in der heutigen Zeit mit ihren ungewissen und schnelllebigen Märkten Ausdauer und auch eine gute Portion starke Nerven. Matthias Schott bemerkt: „Von den allgemeinen Entwicklungen auf dem Obstmarkt sind wir auch mit einem Nischenprodukt nie völlig losgelöst. Aber bislang konnten wir unseren Betrieb mit unserem gewachsenen Kundenstamm relativ stabil halten. Wenn uns das die nächsten 20 Jahre auch noch gelingt, dann sind wir vollauf zufrieden.“

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