Nur Wald kann CO2 senken!

Dr. Elisabeth Legge

Unübersehbar war sie – die große Acht, die am Mittwoch vergangener Woche im Wald unweit des Schlosses Linnep in Ratingen aufgestellt war. Und dies hatte natürlich auch einen Grund. Die magische Acht steht für die bundesweit angelegte Imagekampagne „8 – Wald ist Klimaschützer“, die an diesem Tag in Ratingen von den Familienbetrieben Land und Forst und dem Waldbauernverband NRW gestartet wurde. Die Kampagne wird außerdem unterstützt vom Dachverband der Waldbesitzerverbände AGDW.

Enorme Klimaschutzleistung

Aber wofür steht die Acht? „Sie dokumentiert die hohe CO2-Speicherfähigkeit des Waldes. Jeder Hektar Wald absorbiert im Jahresdurchschnitt 8 t CO2“, erläuterte Max Elverfeldt, Bundesvorsitzender Familienbetriebe Land und Forst, bei der Vorstellung der Kampagne. Das entspreche zudem dem durchschnittlichen CO2-Fußabdruck jedes deutschen Bürgers. Mit dem Ersatz fossiler, energieintensiver Rohstoffe durch nachwachsende Holzprodukte aus heimischen Wäldern könne der CO2-Ausstoß weiter gesenkt werden. Der Wald speichere 58 Mio. t CO2 pro Jahr. Zusätzlich würden durch Holzverwendung und Substitutionen 69 Mio. t CO2 pro Jahr gebunden. „Nachhaltig bewirtschaftete Wälder erbringen eine gesamte Klimaschutzleistung von jährlich 127 Mio. t CO2“, so Elverfeldt. Der Wald sei damit der Klimaschützer Nummer eins. Nur der Wald könne CO2 senken. Vielen in der Gesellschaft sei dies nicht bewusst, so Elverfeldt. Um auch der Öffentlichkeit diese enorme Leistung des Waldes bewusst zu machen, wurde nun die Kampagne „8 – Wald ist Klimaschützer“ im Internet unter www.wald-ist-klimaschuetzer.de und auf Facebook sowie Instagram gestartet.

Die hohe Klimaleistung des Waldes muss nach Auffassung der Akteure der Kampagne allerdings den Waldbauern auch honoriert werden. „Je mehr Holz verwendet wird, desto mehr CO2 wird gespeichert. Bei den aktuellen Herausforderungen wie Dürre und Trockenheit sowie dem massiven Borkenkäferbefall,fällt es uns immer schwerer, auch in Zukunft für die Stabilisierung und Klimafestigkeit der Wälder zu sorgen“, stellte Ferdinand Funke, 1. stellvertretender Vorsitzender des Waldbauernverbandes NRW, klar. Die Honorierung der Klimaschutzleistungen des Waldes wollen die Waldbesitzer aus der CO2-Abgabe erreichen. „Mit dem Einstieg in eine CO2-Bepreisung ist es logisch und gerecht, dass auch die CO2-Speicherung einen Preis erhält“, machte Max Elverfeldt unmissverständlich deutlich.

112,50 € pro Jahr und Hektar

Ein schlüssiges Modell hierzu liegt seinen Aussagen zufolge bereits seit Längerem auf dem Tisch. Es orientiert sich an dem stofflichen Anteil des zuwachsenden Holzes, der nicht energetisch genutzt wird. Im Modell werden pro Hektar Wald und Jahr der ab 2021 festgelegte Preis von 25 € für 1 t CO2 mit 4,5 multipliziert. „Dies entspricht einer Honorierung von 112,50 € pro Jahr und Hektar“, erläuterte Elverfeldt. Diese Klimaleistungsprämie steigt mit dem festgelegten Anstieg des CO2-Preises auf 55 € im Jahr 2025 auf knapp 250 € pro Hektar und Jahr. „Ich habe derzeit in meinem Wald Kosten von rund 200 € pro Hektar. Diese Leistungsprämie ist also keinesfalls eine Bereicherung“, so der Vorsitzende der Familienbetriebe Land und Forst. „Im Gegenteil: Diese Prämie ist fair, gerecht und außerdem dringend nötig.“ el