Im Trilog zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) wird der EU-Agrarrat dem Europaparlament hinsichtlich des Budgets für die Ökoregelungen voraussichtlich entgegenkommen. Die amtierende Ratspräsidentin, Portugals Landwirtschaftsministerin Maria do Céu Antunes, legte beim informellen Austausch der europäischen Ressortchefs am Montag vergangener Woche einen Kompromissvorschlag vor. Demnach soll der Anteil der Ökoregelungen am Budget der ersten Säule von zunächst 22 % im Jahr 2023 bis 2025 auf 25 % ansteigen. Dabei solle die notwendige Flexibilität für die Mitgliedstaaten berücksichtigt werden, erklärte do Céu Antunes. Die Ressortchefs hatten sich für die Ökoregelungen auf einen Anteil von 20 % geeinigt, während das Europaparlament 30 % der Direktzahlungsmittel fordert. Die Mehrheit der Mitgliedstaaten zeigte sich dem Vorschlag gegenüber aufgeschlossen. Staatssekretärin Beate Kasch vom Bundeslandwirtschaftsministerium erklärte, man könne die Verhandlungslinie in einem „Gesamtkompromiss“ mittragen. Sie machte zugleich deutlich, dass die Ökoregelungen aus deutscher Sicht auch ökonomische Anreize bieten müssten, um erfolgreich zu sein. EU- Agrarkommissar Janusz Wojciechowski begrüßte den Kompromissvorschlag der Ratspräsidentschaft. Hinsichtlich des weiteren Verlaufs der GAP-Reform zeigte er sich optimistisch. Man nähere sich einer Einigung und werde die Verhandlungen noch innerhalb der portugiesischen Ratspräsidentschaft abschließen können, so seine Erwartung.