Die Länderagrarminister zeigen sich unzufrieden mit dem schleppenden Fortgang der Verhandlungen über eine Revision der EU-Ökoverordnung. Bei ihrer Herbstkonferenz am vergangenen Freitag in Rostock haben die Ressortchefs den Bund aufgefordert, sich für einen Abschluss der Gespräche noch unter slowakischer EU-Ratspräsidentschaft einzusetzen.
Sollte dies nicht zu erreichen sein, soll der Bund nach dem Willen der Länder „sinnvolle Verbesserungen“ etwa zur Verwendung von ökologisch erzeugtem Saatgut oder zur Öko-Legehennenhaltung in die Verordnung integrieren. Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner verwies auf eine erhebliche Verunsicherung in der gesamten Biobranche, die durch die Brüsseler Hängepartie verursacht werde. Sein niedersächsischer Amtskollege Christian Meyer erteilte erneut einer Totalrevision der Verordnung eine Absage. Keinesfalls dürfe man umstellungswillige Landwirte durch ausbleibende Entscheidungen in der Luft hängen lassen. Sollte bis Ende des Jahres keine Klarheit herrschen, müsse der Bund für ein Ende der Revision eintreten. Zurückhaltend zu der Forderung äußerte sich der Staatssekretär vom Bundeslandwirtschaftsministerium, Dr. Hermann Onko Aeikens. Eine Entscheidung, die Verhandlungen zu verlassen, müsse gut überlegt sein, denn, so Aeikens „dann verhandeln die anderen weiter, aber ohne uns“.