Am Freitag vergangener Woche hatte Bauernpräsident Joachim Rukwied Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir zu Gast auf seinem Betrieb in Eberstadt bei Heilbronn. Bei dem Besuch tauschten sich beide nach Angaben der Deutschen Bauernverbandes (DBV) über die Vielfalt der Ackerkulturen, den Erhalt von Biodiversität und die Auswirkungen des Klimawandels aus. Weitere Themen waren die EU-Agrarpolitik, die Versorgungssicherheit bei Lebensmitteln und die Herausforderungen für die Landwirtschaft. Rukwied baut auf seinem 340 ha großen Betrieb Getreide, Zuckerrüben, Ölfrüchte und Leguminosen sowie Kohl an. Zum Betrieb gehören außerdem 23 ha Weinberge.
Der Besuch wurde in den digitalen Medien zwiespältig kommentiert. Spekuliert wurde dort auch, dass der Besuch im Zusammenhang mit einer möglichen Zukunft Özdemirs als Nachfolger des amtierenden Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann, stehen würde. Laut der Tageszeitung Die Welt hat Özdemir bei dem Besuch gesagt, er habe einen wunderbaren und fordernden Job. Den wolle er gut machen. Mit Stuttgart vertrete er den „schönsten Wahlkreis Deutschlands“ in Berlin. „Wir haben einen großartigen Ministerpräsidenten“, zitiert Die Welt Özdemir weiter. Laut Schwäbischer Zeitung hat Özdemir an dem Tag erstmals selbst einen Mähdrescher gefahren. „Es macht Spaß, wenn man selber lenkt“, habe er darüber berichtet. Fraglich bleibt, ob der Tag in der Praxis Özdemirs Haltung zu Fragen der Gemeinsamen Agrarpolitik nachhaltig beeinflusst hat.