Özdemir verteidigt seine Biobilanz

Foto: Meike Siebel

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat bei seiner Eröffnungsrede zur Biofach 2024 die Bilanz seines Ressorts im Biobereich verteidigt. Sein Haus habe eine Biostrategie 2030 auf den Weg gebracht, eine Bio-Informationsoffensive gestartet und in der Tierhaltungskennzeichnung eine Biostufe verankert, betonte der Grünen-Politiker vergangene Woche in Nürnberg. Außerdem seien verschiedene Maßnahmen zur Förderung der Bio-Außer-Haus-Verpflegung beschlossen worden. Zudem sei es trotz der angespannten Haushaltslage im parlamentarischen Verfahren gelungen, die Mittel für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau zu erhöhen, hob Özdemir hervor. Dass es im Ökolandbau im vergangenen Jahr ein Flächenwachstum von etwa 80 000 ha beziehungsweise im Mittel täglich „300 Fußballfelder“ gab, bezeichnete der Minister als erfreulich.

 

Auch Bio braucht weniger Bürokratie

 

Als Beitrag zum Ziel, bis 2030 einen Bio-Anteil von 30 % zu erreichen, kündigte Özdemir Bürokratieerleichterungen an. Es sei „völlig klar, dass viele Biolandwirtinnen und -landwirte es als Zeitverschwendung empfinden, wenn sie für ihre Art der Landwirtschaft doppelten Papierkram erledigen müssen“. Mit Blick auf die Bauernproteste warnte der Ressortchef indes vor Forderungen nach geringeren Umwelt-, Tierschutz- und Klimastandards. Die Zukunft der Landwirtschaft liege im „Dreiklang“ aus Ertragssicherheit, Wirtschaftlichkeit und ökologischer Nachhaltigkeit. Erneut forderte der Minister die Einführung eines sogenannten Tierwohlcents entsprechend der Vorschläge der Borchert-Kommission. Dieser sei ein „parteiübergreifend“ ausgehandelter Beitrag zu einer zukunftsfesten Tierhaltung.

 

„Abnahmegetriebenes Wachstum“

 

Özdemir bekräftigte, dass es „echte Wahlfreiheit“ bei der Gentechnik entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie klare Koexistenzregelungen brauche. Zudem dürfe es „keine Patente durch die Hintertür“ geben. Das Votum des Europaparlaments zur Deregulierung des Gentechnikrechts ist nach Ansicht des Ministers bislang noch nicht tragfähig.

 

Für mehr Ökolandbau in Deutschland will das BMEL das „abnahmegetriebene Wachstum“ fördern. Das hat Staatssekretärin Silvia Bender am Donnerstag auf der Biofach in Nürnberg angekündigt. Der größte Hebel für die Umsetzung der Zukunftsstrategie ökologischer Landbau (ZöL) sei ein zunehmendes Angebot von Biolebensmitteln in der Außer-Haus-Verpflegung. Dadurch würde für die Verbraucher der Zugang zu Bioware verbessert. Für die Erzeuger würden große Verkaufsmengen und damit die regionale Wertschöpfung gesichert. Daneben unterstrich Bender die Bedeutung der Forschung und der Verbraucheraufklärung. Das Bundesministerium sei bereits mit der Informationskampagne „Bio? Na logo!“ aktiv. Allerdings stoße es beim direkten Kontakt mit den Verbrauchern an seine Grenzen. Hier seien die Unternehmen gefragt, so Staatssekretärin Bender. Sie würden bei ihrer Informationsarbeit von der Regierung unterstützt, etwa durch die Förderung von Demonstrationsbetrieben.

 

AgE