In Deutschland sollen künftig deutlich weniger Lebensmittel in der Tonne landen. Dazu hat Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir gestern mit 14 Unternehmen des Groß- und Einzelhandels und dem Handelsverband Lebensmittel (BVLH) einen „Pakt gegen Lebensmittelverschwendung“ in Berlin unterzeichnet. Die Unternehmen verpflichten sich damit auf messbare Reduzierungsziele. Die Lebensmittelabfälle in den teilnehmenden Unternehmen sollen demnach bis 2025 um 30 % verringert und bis 2030 halbiert werden.
Insgesamt sind laut Angaben des BMEL mehr als 40 konkrete Maßnahmen Teil der freiwilligen, aber verbindlichen Vereinbarung. Die Unternehmen werden demnach beispielsweise verstärkt Lebensmittel an sozialen Organisationen wie die Tafeln abgeben sowie die Kooperationen mit diesen verstärken. Auch Plattformen für Essenverteilungen oder Mitarbeitende werden hier eine Rolle spielen können, heißt es bei der Unterzeichnung. Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden dürfen oder können, sollen besser verwertet werden als bisher. Obst- und Gemüse mit Schönheitsfehlern soll beispielsweise künftig gezielt vermarktet werden können.
Der Pakt sei zwar mit dem Handel geschlossen, aber die „zentrale Schnittstellenposition“ zwischen Lieferanten und Verbrauchern ermögliche es, die gesamte Lebensmittelversorgungskette zu adressieren, stellte Özdemir weiter fest. So werde Transparenz geschaffen und ein Stein ins Rollen gebracht, damit sich andere anschließen. Die Vereinbarung setze ein Ziel des Koalitionsvertrags der Ampelregierung um. Sie gilt dem BMEL zufolge ab sofort bis zum 31. Dezember 2031. Doch mit der Besiegelung des Paktes fängt laut dem Minister die Arbeit erst richtig an.
AgE