Das Europaparlament hat sich zum Entwurf für den EU-Haushalt des kommenden Jahres positioniert. Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch vergangene Woche gegen die meisten der vom Rat eingebrachten Kürzungen und stockten den Haushaltsentwurf sogar über das ursprünglich von der Kommission vorgeschlagene Niveau hinaus auf. Insgesamt sollen 2022 demnach 171,8 Mrd. € bereitgestellt werden. Besser ausstatten wollen die Abgeordneten dabei Programme und Maßnahmen, die nach ihrer Ansicht zur Erholung von der Corona-Pandemie beitragen können. So soll gemäß der Position des Parlaments das Budget für das Forschungsprogramm Horizont Europa um 305 Mio. € gegenüber dem Kommissionsentwurf aufgestockt werden, den LIFE-Programmen für Umwelt und Klimaschutz wollen die Abgeordneten 171 Mio. € mehr zukommen lassen. Auch die Mittel für den Aufbau leistungsstarker, nachhaltiger und effizient miteinander verbundener transeuropäischer Netze in den Bereichen Verkehr, Energie und digitale Dienstleistungen sollen aufgestockt werden, und zwar um 207 Mio. €. Als nächstes müssen sich Rat und Parlament nun verständigen, bevor der Haushalt 2022 endgültig verabschiedet werden kann. Der Entwurf der Kommission sieht für 2022 insgesamt 167,8 Mrd. € vor, die durch mehr als 140 Mrd. € aus dem Wiederaufbauplan (Next Generation EU) ergänzt werden sollen. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) will die Brüsseler Behörde mit 53,0 Mrd. € ausstatten.