Thomas Fabry ist vom Käfer aufs E-Bike umgestiegen. Bei seinem Roadtrip Agrar 2018 fuhr er als „Erklärbauer“ quer durch Deutschland, mitten rein in den Dialog zwischen Stadt und Land. In diesem Jahr trat der Junglandwirt und Öffentlichkeitsarbeiter kräftig in die Pedale. Und animierte viele, gemeinsam mit ihm „QuerFeldein“ zu radeln. Als Hauptsponsor für die ganze Tour konnte er die Dr.-Bernard-Krone-Stiftung gewinnen – und begeistern.
Sechs Personen sind das Herz von „QuerFeldein“. Die Gruppe rund um Thomas Fabry startete am 12. Juli, vom Bodensee aus ging es in Etappen durchs Land Richtung Norden. Die Route führte durch landwirtschaftlich reizvolle Regionen. Betriebe unterschiedlichster Ausprägung hatte Fabry als Boxenstopp organisiert. Dazu zählten etwa Obstbetriebe, ein Energiehof, eine Imkerei, die Waldwirtschaft und der Weinbau, aber auch die Milchwirtschaft und die Direktvermarktung.
Etappen-Mitfahrer
Bei jeder Etappe wechselten die Mitfahrer. Die Route, bei der der Dialog von Land und Stadt im Mittelpunkt stand, hat Thomas Fabry über die sozialen Medien publik gemacht. Jeder, der wollte, konnte sich einer Etappe anschließen. Rund 1 000 km waren bereits zusammengeradelt, bevor das Team von „QuerFeldein“ am 20. Juli in Bonn eintraf. Über Instagram ist auch Kristin Becker aus Bonn auf „QuerFeldein“ aufmerksam geworden. „Für mich verbindet diese Initiative perfekt meine persönlichen Interessen“, sagt sie. „Die moderne Landwirtschaft und Verbraucheraufklärung liegen mir sehr am Herzen. Es sollte Teil der Allgemeinbildung sein. Jeder sollte wissen, wie unsere Lebensmittel produziert werden. Ich möchte die Kommunikation zwischen Stadt und Land stärken, weshalb ich heute bei dem Projekt ‚QuerFeldein‘ dabei bin.“
Das Thema des Tages im Rheinland war die Nachhaltigkeit. Vom Startpunkt „Altes Rathaus“ in Bonn ging es zu einem der ältesten deutschen Obstbaubetriebe mit Plantagenanbau – den Betrieb Schmitz-Hübsch in Bornheim/Merten. Den Betrieb gibt es schon seit über 120 Jahren, aktuell bereits in der dritten und vierten Generation. Das ist gelebte Nachhaltigkeit.
Dialog-Tour
Per Audioguide waren die Teilnehmer der Etappe stets miteinander verbunden, sodass ortskundige Begleiter schon während der Fahrt Informationen zur Region vermitteln konnten. „Über die Landwirtschaft informieren, mit Landwirten diskutieren und sich dabei möglichst klimaneutral bewegen, dieser Ansatz gefiel mir“, erläutert Thomas Fabry sein Projekt. Inspiriert war er durch seine eigene erste Dialog-Tour auf vier Rädern, wertvolle Tipps holte er sich aber auch von der Initiative „Tour den Buur“, die bereits über Erfahrungen zu Tages-Radtouren im Umland von Dorsten verfügt.
Roland Schmitz-Hübsch, Betriebsleiter des gleichnamigen Obstbetriebs in Bornheim, nahm sich viel Zeit für seine Besucher. Er eröffnete den Blick zurück im hofeigenen Apfelmuseum, erläuterte die Verfahren des modernen Apfelanbaus und informierte über wechselnde Geschmackstrends der Verbraucher. Sein Lieblingsthema ist jedoch die Nachhaltigkeit. Schmitz-Hübsch ist Teil des Pilotbetriebs für den Obstanbau in Deutschland im Nachhaltigkeitsprojekt „Fair ’n Green“. Hierbei werden Nachhaltigkeitsziele festgelegt, die auch die Aspekte der ökonomischen und sozialen Nachhaltigkeit beinhalten. In Kürze wird der Betrieb der deutschlandweit erste „Fair ’n Green“-zertifizierte Obstbaubetrieb sein. „Darauf sind wir mächtig stolz“, sagte Roland Schmitz-Hübsch.
Wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, kann Bayer nicht Nein sagen. Das Unternehmen unterstützte deshalb die Etappe Bonn – Bornheim und lud das Team am Abend zum Übernachten auf die Bayer ForwardFarm Damianshof in Rommerskirchen ein. Von dort aus ging es am Tag danach Richtung Düsseldorf, weiter durch den Ruhrpott bis zum Münsterland, wo die Dialog-Tour ihren Abschluss fand.
Friederike Krick