Pensionsstallbesitzer können ein Lied davon singen, wie wichtig das regelmäßige Entwurmen der Pferde gegen Ende der Weidesaison ist. In den letzten Jahren macht eine neue Entwurmungsstrategie von sich reden: die Selektive Entwurmung. Wie diese funktioniert und wo Chancen und Risiken liegen, beschreibt Gisela Ehret.
Die Selektive Entwurmung ist in erster Linie ein Konzept zur Bekämpfung der Kleinen Strongyliden, auch bekannt unter dem Begriff Fadenwürmer. Grundprinzip ist, dass Medikamente nur nach positiven Befunden im Kot verabreicht werden – im Gegensatz zur Strategischen Entwurmung, die lange Zeit Standard war. Hierbei werden die Pferde mindestens viermal jährlich routinemäßig entwurmt, ohne zu testen, ob sie von Würmern befallen sind.
Die Strategische Entwurmung wurde in den 60er-Jahren eingeführt, als die ersten Medikamente gegen Würmer, sogenannte Anthelminthika, auf den Markt kamen. Damals ging es vor allem darum, die zu der Zeit vorherrschenden Großen Strongyliden zu bekämpfen. Doch heute ist das routinemäßige Entwurmen nach Ansicht vieler Wissenschaftler nicht mehr zeitgemäß, denn die Großen Strongyliden sind nur noch wenig relevant und die mittlerweile vorherrschenden Kleinen Strongyliden entwickeln zunehmend Resistenzen gegen die gängigen Anthelminthika.
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