Pilcher und Pasties

Foto: Petra Jacob

Für Millionen Deutsche hat Rosamunde Pilcher die südenglische Region Cornwall erst so richtig bekannt gemacht. Unterwegs auf ihren Spuren und zu ihrem Sohn – einem Landwirt.

 

Die Rosamunde-Pilcher-Filme im ZDF gehören zu den erfolgreichsten Literaturverfilmungen im deutschen Fernsehen. Über hundert Bücher der britischen Schriftstellerin wurden zu Filmen und ein Großteil davon in Cornwall gedreht. „Kein Wort über meine Mutter“, das war die Bedingung, die Mark Pilcher, Sohn der berühmten Schriftstellerin, für ein Gespräch stellte. Er bekomme immer wieder Anfragen von deutschen Journalisten, entschuldigt er sich. Doch über die Landwirtschaft redet er gerne. Sein Betrieb befindet sich knapp neun Meilen von Lelant, dem Geburtsort seiner Mutter, entfernt.

 

Seine Farm ist gar nicht so einfach zu finden. Das Navi versagt, das Handy findet kein Signal mehr und in dem Weiler aus ein paar Häusern schüttelt der Mann den Kopf, der Name „Pilcher“ war ihm kein Begriff. Gut, dass just in dem Moment ein Traktor um die Ecke kommt. Der Landwirt kennt seinen Kollegen. Nur ein paar Hundert Meter weiter, versteckt hinter uralten Steinmauern und der für Cornwall so typisch üppigen Vegetation, geht ein Feldweg ab, der führt direkt zur Gear Farm von Mark Pilcher.

 

Der 65-Jährige begrüßt mich sehr freundlich, bittet zur Tasse Tee ins Wohnzimmer und Platz zu nehmen auf dem noblen Ledersofa gegenüber einem übergroßen Weidenkorb von Fortnum & Mason, dem teuersten Kaufhaus Londons, zu Füßen ein exquisiter Sisalteppich. Auch Mark Pilcher strahlt etwas Selbstbewusstes, Erhabenes aus. Dieser Farmer muss nicht mehr arbeiten, um zu überleben, es muss Leidenschaft sein, was er macht. Spätere Recherchen ergeben, dass seine berühmte Mutter der Familie nach ihrem Tod umgerechnet 6,3 Mio. € hinterlassen haben soll. Dieser Mann ist das beste Beispiel: Geld ist nicht alles, jeder Mensch braucht etwas, wofür er brennt. Und Mark Pilcher brennt für die Züchtung von Aberdeen-Angus-Rindern.

 

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