Pioniere in der wilden Mani

Foto: Petra Jacob

Eigentlich kamen Fritz und Burgi Bläuel zum Meditieren auf den griechischen Peloponnes. Dann entstand in Zusammenarbeit mit 300 Olivenbauern und 200 000 Olivenbäumen ein international erfolgreiches Unternehmen.

Schon die Anreise auf den Peloponnes – die große Halbinsel westlich von Athen – in die entlegene Mani ist abenteuerlich. Von Kalamata fährt der Omnibus hinein in die grünen Berge voller Olivenbäume. Es wirkt wild, zuweilen einsam. Jedes der kleinen Bergdörfer hat eine Kirche aus dicken Mauern mit rotem Kuppeldach. Auch in jedem Hausgarten stehen Olivenbäume. Eine Ölmühle wirbt mit einem großen Schild: „Westfalia Separator“. Die Olivenbäume stehen bis ans Meer hinunter. Unter den Bäumen sind schwarze Netze ausgerollt, die Menschen rütteln mit langen Stangen in den Baumkronen. Vorne schwitzen sie bei der Ernte, hinten baden sie zur Abkühlung im Meer. Ein Bild für (griechische) Götter!

Der große Omnibus bugsierte sich durch die engen Gassen von Agios Nikolaos, rollte über einige Netze, die über einer Gartenmauer hängen und hinter der eine Familie Oliven pflückt. Er kommt am Hafen direkt vor den türkisblauen Holzstühlen einer Taverne zu stehen, wo alte Männer beim Kaffee sitzen. Doch die lassen sich nicht stören, sie genießen die warme Sonne.

„Willkommen in Griechenland“, begrüßt Burgi Bläuel herzlich. Die gebürtige Österreicherin kam in den 1980er-Jahren in die Mani. Vor ihr da war Fritz Bläuel, den sie später heiratete. „Schau, da oben ist unser Haus“, zeigt sie über die Dächer in die grünen Berge hinein. „Das hat 1978 die Kommune gekauft, eine Bruchbude ohne Strom und Wasser, einfachst, wie es damals so war.“ Es war die Zeit der Hippies und Fritz

Mitglied einer in Wien angesagten Kommune, der österreichische Medizinstudent war mit ein paar Freunden in die Mani gekommen. „Es war eine raue Gegend, da gab es sogar noch den Ehrenkodex, doch gerade weil es so wild war, zog das uns an“, erzählt Fritz Bläuel später selbst, oben auf dem Berg angekommen. „Wir kamen vier Jahre nach der Junta, der griechischen Militärdiktatur, da war ein seltsames Klima. Doch die Bewohner freuten sich über uns junge Menschen.“

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