Der Termin für die in Polen angesetzte Parlamentswahl rückt näher; im Herbst sollen die Bürger an die Urnen gehen. Offenbar will die derzeitige PiS-Regierung in Warschau die immer noch unzufriedene Landbevölkerung durch erneute Hilfsgelder für den Agrarsektor auf ihre Seite ziehen. Dafür kommt ihr eine aktuelle Entscheidung aus Brüssel gerade recht. Am Mittwoch der Vorwoche hat nämlich die EU-Kommission erneut ein von Warschau aufgelegtes Hilfspaket in Höhe von 266 Mio. € genehmigt. Im Einzelnen geht es um die Aufstockung einer bestehenden polnischen Regelung im Rahmen des EU-Sonderbeihilferahmens zur Abfederung der Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine. Die Kommission hatte die ursprüngliche Regelung am 5. Juni in Höhe von damals 346 Mio. € genehmigt. Im Rahmen der Regelung werden begrenzte Beihilfebeträge in Form von Zinszuschüssen für Darlehen gewährt. Neben der Aufstockung des Gesamtbudgets um 266 Mio. € wird laut Kommission auch der Zeitraum, für den die Zinsvergünstigung für Bankdarlehen gilt, von 36 auf 60 Monate Jahre verlängert. Damit dürften die seit über einem Jahr neben den regulären Flächenprämien bereitgestellten Sonderbeihilfen knapp 4,5 Mrd. € betragen. Nach Angaben der EU-Kommission gibt es in Polen noch etwa 1,4 Mio. landwirtschaftliche Betriebe. Zum ländlichen Raum werden 85 % des polnischen Territoriums gezählt. Dort leben etwa 15 Mio. Menschen, was einem Bevölkerungsanteil von 38 % entspricht.