Preispolitik für DBV inakzeptabel

Foto: imago/Swaantje Hehmann

Einen kollektiven Aufschrei in der deutschen Landwirtschaft hat die nochmalige Absenkung des Butterpreises ausgelöst. Mehrere Discounter hatten in der zweiten Dezemberwoche den Preis für ein 250-g-Päckchen Deutsche Markenbutter unter die 1-€-Marke gesetzt. „Das ist schlichtweg inakzeptabel“, kritisierte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, das Vorgehen des Handels. So könne man ein hochwertiges Lebensmittel nicht verramschen, selbst wenn es als Lockangebot in der Vorweihnachtszeit gedacht sei. DBV-Milchpräsident Karsten Schmal sprach gegenüber der Bild-Zeitung von einem Preiskrieg auf dem Rücken der Bauern. Ein Durchreichen dieser Dumpingpreise würden die deutschen Milchbauern nicht akzeptieren. Der vom Handel angekündigte Margenverzicht reicht nach Ansicht von Schmal nicht aus. Entscheidend für die Bauern sei vielmehr ein spürbarer, positiver Effekt bei der Entwicklung des Milch­er­zeu­gerpreises. Der DBV will die weitere Entwicklung aufmerksam beobachten. Auch wenn derzeit noch keine Demonstrationen geplant seien, stehe die Warnung im Raum, die Bauernproteste von 2020 wieder aufleben zu lassen.

 

Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) wies da­rauf hin, dass er gerade nicht zu Protestaktionen vor Discountern aufrufe. Der Verband sieht die zentrale Ursache der Preiskrise in den Mehrmengen am Markt, die den Milchpreis massiv unter Druck setzten. Das einzige kurzfristig wirksame Mittel, um den Milchmarkt schnell zu entlasten, sei die politische Aktivierung des in der GMO verankerten freiwilligen Lieferverzichts gegen Entschädigung.

 

AgE