Problempflanze Jakobskreuzkraut

Es gibt kaum eine Giftpflanze in Deutschland, über die so viel diskutiert, aber auch informiert wird wie über das Jakobskreuzkraut. Jedes Jahr, wenn das Jakobskreuzkraut (JKK) gegen Ende Juni zur Blüte kommt, werden vor allem die Grünlandberater von besorgten Landwirten, Pferdehaltern, Imkern und Bürgern gefragt, was man gegen das Giftkraut tun kann, das sich offenbar in den letzten Jahren verstärkt ausgebreitet hat. Hubert Kivelitz, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, weiß, dass hier Sachlichkeit und Pragmatismus gefragt sind.

Das zu der Familie der Korbblütler gehörende JKK zählt neben der Herbstzeitlosen und weiteren Kreuzkrautarten zweifelsohne zu den giftigsten Pflanzenarten des Grünlandes. Es enthält etwa ein Dutzend verschiedene Pyrrolizidin-Alkaloide (PA). Primär sind aber nicht PA giftig, sondern deren enzymatisch abgebaute Stoffwechselprodukte (Pyrrole), die vor allem leberschädigend wirken. Die Giftstoffe können sich über die kontinuierliche Aufnahme über das Futter in der Leber langsam anreichern und führen dann zu den chronischen Lebervergiftungen. Vergiftungen bei Tieren äußern sich meist zunächst diffus und unspezifisch und können von Tierhaltern und auch Tierärzten ursächlich oftmals nicht einer Vergiftung mit JKK zugeordnet werden, siehe dazu den Kasten. Pferde und Rinder reagieren deutlich empfindlicher als Schafe und Ziegen.

Lesen Sie mehr in LZ 25-2020, S. 27