Problemwolf wieder aktiv – Pferde gerissen

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In Niedersachsen hat das Rodewalder Wolfsrudel wieder Jagd auf große Huftiere gemacht. Wie das Umweltministerium in Hannover mitteilte, wurden in der vorvergangenen Woche im Landkreis Nienburg zwei Pferde gerissen und ein weiteres verletzt. In allen Speichelproben hätten jeweils mindestens zwei Individuen des Rudels nachgewiesen werden können; eine Identifikation einzelner Wölfe sei dagegen nicht möglich gewesen. Zum Rodewalder Rudel gehört auch der „Problemwolf“ GW717 m, für den bis Ende März eine artenschutzrechtliche Ausnahme zur Entnahme bestanden hatte. Diese war nicht verlängert worden, nachdem es nicht mehr zu gemeldeten Rissen von ausreichend geschützten Weidetieren gekommen war. „Dennoch ist nun eingetreten, was wir immer befürchtet haben: Der Rodewalder Rüde hat sein pro­blematisches Jagdverhalten nicht eingestellt, sondern übt offenkundig seine Technik zur Tötung großer Huftiere mit seinen Nachkommen weiter ein“, erklärte Umweltminister Olaf Lies. Nicht zuletzt durch die vielfältigen Behinderungen der Entnahme habe der Problemwolf nicht getötet werden können. Laut seinem Ressort sind Lage, Rissbild und daraus abgeleitet die angewandte Jagdtechnik beim letzten Vorfall mit den bisherigen Aktivitäten von GW717 m identisch. Der Minister lässt nun eine neue Genehmigung zur Entnahme des Tieres vorbereiten. Die CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag hat unterdessen beschlossen, dass der Wolf bei der im kommenden Jahr anstehenden Novelle in das Jagdrecht aufgenommen werden soll. Ziel sei es, Klarheit zu schaffen und die Voraussetzungen für zügige Entnahmen zu schaffen, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martin Bäumer. Dazu müsse sich allerdings Bundesumweltministerin Svenja Schulze endlich bewegen und dafür sorgen, dass der günstige Erhaltungszustand der Wolfspopulation offiziell anerkannt werde.