Putenhalter kritisieren Hendricks

Der Verband Deutscher Putenerzeuger (VDP) hat die jüngsten Forderungen von Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks nach einer radikalen Kurskorrektur in der Agrarpolitik und ihre Kritik an „industriellen Großmastanlagen“ scharf zurückgewiesen. Bei der Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag in Magdeburg bezeichnete der frisch wiedergewählte VDP-Vorsitzende Thomas Storck die Vorstellungen der Ministerin als „unzeitgemäße Haltung“. Damit würden der Landwirtschaft ohne sachlichen Grund jegliche Entwicklungsperspektiven verweigert, während in anderen Branchen immer größere Strukturen explizit gewollt seien. „Uns Landwirten wird nur eine kleinbäuerliche Existenz zugestanden, und gleichzeitig macht Hendricks’ Parteifreund Sigmar Gabriel mit seiner Ministererlaubnis den Weg frei für die Fusion von Edeka und Kaiser’s Tengelmann und lässt so die Strukturen im Handel immer größer werden“, kritisierte Storck. Die deutsche Landwirtschaft müsse mit diesen Strukturen mithalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben, was auch für den internationalen Markt gelte. „Es kann nicht sein, dass sich die Landwirtschaft derart stark einschränken muss“, so der VDP-Vorsitzende. Die von Hendricks ausgerufene Parole von der traditionellen Kleinbäuerlichkeit führe am Ende des Tages nur dazu, dass die Landwirte dabei auf der Strecke blieben, was nicht sein dürfe.