Regionales Rindsleder

Auf ihrem Archehof in Windeck-Kohlberg halten Lisa Anschütz und Karl Josef Groß drei vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen: Glanrinder, Bentheimer Landschafe und Krüperhühner. Wichtig ist den beiden, dass möglichst viel von den geschlachteten Tieren einer sinnvollen und ethisch vertretbaren Verwertung zugeführt wird. Aus dieser Motivation heraus entstand auch die erste Taschenkollektion aus dem Leder der betriebseigenen Rinder. Annegret Keulen hat den Nebenerwerbsbetrieb für die LZ besucht.

Wenn Lisa Anschütz zum Shoppen unterwegs ist, trägt sie ein Stück ihres Hofs immer bei sich: eine geräumige und formschöne Umhängetasche aus dem Leder der im eigenen Betrieb aufgezogenen und geschlachteten Glanrinder. „Da geht auch ein Tablet rein“, versichert die Hauswirtschaftsmeisterin und ausgebildete Landwirtin nicht ohne Stolz und erklärt: „Unser Ziel ist es einerseits, möglichst alles von unseren Tieren hochwertig zu nutzen, und gleichzeitig wollen wir handwerklich geprägte Arbeitsplätze in der Region erhalten. Die Rinderhäute vom Archehof Windeck werden zum Beispiel von Michael Beuleke im hessischen Runkel gegerbt. Der Gerbermeister ist einer der letzten Vertreter seiner Zunft. Genäht werden die Taschen in einer kleinen Ledermanufaktur im sächsischen Burkhardtsdorf, einem Betrieb mit zwölf Mitarbeitern.

Lesen Sie mehr in LZ 25-2020, S. 39