Die genehmigte Einreise von Saisonarbeitskräften aus Osteuropa hat sich nach Startschwierigkeiten eingespielt. Germanwings hat eigenen Angaben zufolge bis Donnerstag vergangener Woche auf gut 30 Flügen mehr als 3 000 Erntehelfer von Rumänien nach Deutschland gebracht. Der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, zeigte sich zufrieden. Es sei gelungen, einen geordneten Einreiseweg zu organisieren, „der den Anforderungen des Infektionsschutzes gerecht wird und zugleich Anbau und Ernte der deutschen Landwirtschaft sichert“, erklärte Krüsken gut eine Woche nach Beginn des vom DBV initiierten Einreiseverfahrens „Saisonarbeit2020“.
Fragiles Verfahren
Wie fragil das Einreiseverfahren ist, hatte sich allerdings bereits beim Auftakt gezeigt. Am Gründonnerstag war es rund um den Abflug von Erntehelfern in Cluj zu chaotischen Verhältnissen gekommen. Bis zu 2 000 Menschen hatten sich am Flughafen gedrängt, um einen der Flüge nach Deutschland zu bekommen. Die rumänische Regierung hatte daraufhin die Flüge zwischenzeitlich ausgesetzt. Der Sprecher für Agrarpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion, Friedrich Ostendorff, nannte die Umsetzung der ersten Sonderflüge „skandalös und in jeder Hinsicht unverantwortlich“.
„Spiel mit dem Feuer“
Eine Fortsetzung fand die Diskussion mit dem Bekanntwerden des Todes eines positiv auf das Corona-Virus getesteten rumänischen Erntehelfers. Der 57-Jährige, der auf einem Spargelbetrieb im baden-württembergischen Bad Krozingen tätig war, soll sich bereits seit dem 20. März in Deutschland aufgehalten haben. Bei dem Verstobenen war im Nachhinein das Virus festgestellt worden. Ostendorff bekräftigte seine Kritik am Vorgehen der Bundesregierung und hielt Landwirtschaftsministerin Klöckner vor, sie betreibe „ein Spiel mit dem Feuer“. AgE