Rheinische Landjugend hat Erntekrone an Bundestagsausschuss übergeben

Foto: RLJ/Patrick Kampmann

Auch in diesem Jahr übernahm die Rheinische Landjugend (RLJ) mit Freude – und diesmal spontan anstelle eines anderen Landesverbandes – die Aufgabe, die Erntekrone an den Bundestagsausschuss für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin zu überreichen. Normalerweise wechseln sich die Landesverbände jährlich ab.

 

Im Vorfeld wurde die Erntekrone aus verschiedenen Getreidearten wie Weizen, Gerste und Hafer gebunden und am Dienstag nach Berlin gebracht. Am Mittwochmorgen um 8 Uhr war es dann so weit: Die sieben Delegierten aus dem Rheinland und die beiden Vorsitzenden vom Bund der Deutschen Landjugend (BDL) Lars Ruschmeyer und Theresa Schmidt überreichten die Krone im Paul-Löbe-Haus. Wie schon bei der letzten Übergabe wurde die Krone auch diesmal fast zu groß gebunden – sie passte gerade so durch die Tür des Sitzungssaals.

 

Gesprächsgelegenheit

 

Noch vor Beginn der eigentlichen Ausschusssitzung nahmen zahlreiche Mitglieder des Ausschusses an einer Diskussionsrunde mit den Landjugend­lichen teil. Themen wie Freiflächen-Photovoltaik, Pflanzenschutz und Tierschutz standen dabei im Mittelpunkt. Besonders die Frage, wie sich der Ausbau der Photovoltaik mit der landwirtschaftlichen Nutzung von Flächen in Einklang bringen lässt, wurde intensiv diskutiert.

 

Die RLJ machte klar, dass die Landwirtschaft bei der Energiewende nicht vergessen werden darf. „Wir sind der Photovoltaik nicht abgeneigt, dürfen aber nicht so viel Fläche für Energie verbrauchen, dass am Ende nicht genug für die Nahrungsmittelproduktion übrig bleibt“, erklärte Sebastian Kneer, RLJ-Arbeitskreisleiter Agrar. Auch der Tierschutz nahm in der Runde einen zen­tralen Platz ein. Die RLJ-Vertreter machten deutlich, dass die neuen gesetzlichen Vorgaben zur Tierhaltung oft nicht zur Realität auf den Höfen passen und die finanziellen Belastungen für viele junge Betriebe zu groß werden. Louisa Vondenbusch betonte: „Der Tierschutz liegt uns besonders am Herzen, aber die neuen Vorschriften passen nicht immer zur Realität auf den Höfen.“ Besonders der Mangel an Tierärzten im ländlichen Raum erschwere die Umsetzung der Vorgaben zusätzlich.

 

Mahnendes Zeichen

 

Nach der lebhaften Diskussion fand die offizielle Übergabe der Erntekrone statt. Benedikt Kneer, der Vorsitzende der Rheinischen Landjugend, hielt eine Rede, in der er auf die Bedeutung der Landwirtschaft für die Ernährungssicherheit und den Frieden hinwies. „Frieden und Er­nährungssicherheit gehören zusammen – auch in Europa“, sagte er und erinnerte die Abgeordneten daran, dass eine gute Ernte nicht selbstverständlich sei.

 

Die Krone, ein Symbol für die diesjährige Ernte, soll die Abgeordneten ein Jahr lang bei ihren Entscheidungen begleiten und sie daran erinnern, dass hinter jeder Entscheidung auch jemand steht, der sie umsetzen muss.

 

Voller Terminplan

 

Im Anschluss an die Übergabe hatten die Delegierten aus dem Rheinland die Gelegenheit, sich mit Peter Beyer, Bundestagsabgeordneter aus dem Rheinland, zu treffen. In diesem Gespräch ging es erneut um Freiflächen-Photovoltaik, aber auch um das Ehrenamt im ländlichen Raum. Vor allem die immer strenger werdenden Auflagen für Landjugendveranstaltungen durch die Kommunen waren ein zentrales Thema. Beyer zeigte sich sehr interessiert und versprach, diese weiterzutragen, auch wenn diese nicht direkt in seinen Zuständigkeitsbereich fallen.

 

Nach diesem Termin fuhren fünf Mitglieder zurück ins Rheinland. Benedikt Kneer und Florian Lemm, der zweite Vorsitzende der RLJ, blieben in Berlin, um am CDU/CSU-Kongress zum Thema „Ländliche Räume als Grundpfeiler gleichwertiger Lebensverhältnisse“ teilzunehmen, am Wochenende am 75-jährigen Jubiläum des Bundes der Deutschen Landjugend mitzufeiern, an weiteren Veranstaltungen mitzuwirken und zu netzwerken.

 

Patrick Kampmann