Angesichts der weiteren Ausbreitung der Schilf-Grasflügelzikade gen Norden mahnen der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) und der Rheinische Rübenbauer-Verband (RRV) gemeinsam mehr Unterstützung an. Dabei stellen sie heraus, dass mit Kartoffeln, Zuckerrüben, Zwiebeln und Karotten wichtige Kulturpflanzen der Anbauregion betroffen sind. Gleichzeitig adressierten der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) und der Rheinische Rübenbauer-Verband (RRV) scharfe Kritik in Richtung Politik.
Aus ihrer Sicht steht die deutsche Politik seit Jahren einer schnellen Entwicklung und Markteinführung neuer Pflanzenschutzmittel im Weg. „Die fehlende Vision und Unterstützung für Forschung und Innovationen im Pflanzenschutz lassen die Landwirte oft allein mit ihren Problemen“, betonten RLV und RRV in einer gemeinsamen Erklärung. Um Ernteausfällen entgegenzuwirken, fordern die Verbände eine entschlossene politische Strategie und Unterstützung für dringend benötigte Forschung an neuen Pflanzenschutzlösungen.
RLV und RRV machten in dem Zusammenhang deutlich, dass es aktuell keine umfassende Lösung zur Bekämpfung der Zikade gebe. Jedoch deuteten einige Maßnahmen auf mögliche Erfolge hin. Hierzu zählten angepasste Aussaattermine, eine gezielte Bodenbearbeitung und die Nichtbestellung von Flächen, sogenannte Schwarzbrachen, bis ins späte Frühjahr hinein. Diese Maßnahmen stünden jedoch häufig im Konflikt mit den Vorgaben der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) und seien für viele Betriebe schwer umsetzbar. RLV und RRV verweisen auf Versuche in anderen Regionen, die gezeigt hätten, dass Pflanzenschutzmaßnahmen mit angepassten Spritzfolgen ebenfalls Erfolge versprächen. Sie appellieren deshalb vor diesem Hintergrund an die Politik, neben pflanzenbaulichen Maßnahmen auch Notfallzulassungen und neue Wirkstoffe zu forcieren.
AgE/ds