Richtig Kompostieren – so geht’s

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In der Natur vollzieht sich bekanntlich vieles in Kreisläufen: Pflanzen wachsen he­ran, sterben, werden wieder zu Humus, und die darin enthaltenen Nährstoffe dienen neuen Pflanzen als Lebensgrundlage. Im Garten ist dieser Kreislauf jedoch meist unterbrochen: Obst und Gemüse werden geerntet, Blumen für die Vase geschnitten und Herbstlaub bleibt meist ebenso wenig auf den Flächen liegen wie Rasenschnitt oder das Schnittgut von Stauden und Gehölzen. Mit der Zeit sind im Boden daher immer weniger Nährstoffe vorhanden. Theoretisch zumindest, denn in der Praxis wird die Lücke in der Regel schnell geschlossen: durch Dünger. Kompost ist dazu bestens geeignet, denn der organische Dünger führt dem Boden die Nährstoffe über einen längeren Zeitraum zu, regt zudem das Bodenleben an und hat obendrein die bestmögliche Ökobilanz.

Vielerorts kann man Kompost preisgünstig über das städtische Kompostwerk beziehen – meist sowohl lose als auch bereits in Säcke abgefüllt. Auch viele Gärtnereien und Gartencenter haben das „schwarze Gold“ im Sortiment. Am preisgünstigsten ist es aber natürlich, den Kompost selbst zu produzieren – genügend Gartenabfälle und Schälreste von Obst und Gemüse fallen selbst im kleinsten Garten und Haushalt an.

Welcher Komposter soll es sein?

Komposter gibt es in unzähligen Ausführungen, vom aufs Nötigste beschränkten Bausatz aus Holzlatten über Metallgitter bis hin zu vielgestaltigen Thermokompostern aus Kunststoff. Thermokomposter können den Kompostiervorgang tatsächlich etwas beschleunigen, da sie sich schneller erwärmen und die Hitze gut halten. Grundsätzlich sind das Material und die Form des Komposters allerdings zweitrangig – schließlich funktioniert auch der klassische Komposthaufen, der komplett ­ohne Einfassung auskommt. Entscheidend für die Funktion ist die richtige Befüllung, sowohl die Technik als auch der Inhalt.

In kleineren Gärten muss in der Regel ein einziger Komposter genügen. Hier kann ein Komposter hilfreich sein, der im unteren Bereich eine Entnahmeklappe für den reifen Kompost besitzt. Wo genügend Platz vorhanden ist, empfiehlt es sich, gleich drei Komposter nebenei­nan­der aufzubauen. Nach dem Aufbau wird zunächst nur ein Komposter befüllt. Sobald in diesem der erste reife Kompost anfällt, wird umgeschichtet: Die obere Lage mit dem frisch auf den Kompost geworfenen Material wandert zwei Komposter weiter – dieser Kompost dient künftig zum kontinuierlichen Befüllen.

Das grob zersetzte Material kommt in den mittleren Komposter und darf dort noch etwas weiterreifen. Dieser Prozess läuft nach dem Umschichten meist noch schneller ab, weil alles gut durchlüftet wird und Material vom kälteren Kompostrand ins warme Kompostinnere gelangt. Der reife Kompost verbleibt im ersten Komposter. Wer sich nicht sicher ist, wo der reife Kompost anfängt, wirft das Material mit dem Spaten durch ein Kompostsieb. Die groben Teile bleiben am Sieb hängen und kommen noch einmal in den mittleren Komposter.

Tipps zum richtigen Kompostieren

Der Komposter sollte möglichst Kontakt zum offenen Boden haben, damit Regenwürmer & Co. rasch einwandern können und Flüssigkeit im Boden versickert. Maschendraht mit maximal 13 mm Maschenweite auf dem Boden hindert Wühlmäuse daran, sich im Komposter einzunisten.

Damit Bodenlebewesen inklusive Mikro­organismen das organische Material zügig zersetzen können, müssen drei Bedingungen erfüllt sein: Es muss warm genug sein. Es muss feucht genug sein. Sie müssen genügend Sauerstoff bekommen. Die Wärme entsteht durch den Rotteprozess ganz von allein, der Komposter muss also nicht in der prallen Sonne stehen. Im Gegenteil, ein Platz im Halbschatten oder Schatten ist meist besser geeignet, denn dort trocknet das aufgehäufte Material im Sommer nicht so schnell aus. Bei anhaltender Trockenheit kann es sinnvoll sein, beim Gießen gelegentlich auch den Kompost mitzuwässern. Eine Bambus- oder Schilfmatte als Abdeckung reduziert zudem bei offenen Kompostern die Verdunstung, ohne den Luftaustausch zu behindern.

Eine ausreichende Belüftung ist meist der Knackpunkt beim Kompostieren: Herrscht Sauerstoffmangel, stellen die Bodenlebewesen ihre Arbeit ein und das organische Material verrottet nicht, sondern es beginnt zu faulen – der Kompost stinkt. Komposter sollten daher großzügige Lüftungsschlitze besitzen. Vor allem aber kommt es auf eine geschickte Schichtung an, das zu kompostierende Material darf nicht verkleben.

Das gelingt mit folgenden Tipps:

·         Trockene und feuchte Materialien im Wechsel einschichten.

·         Je feuchter das Material, desto dünner die Schicht.

·         Rasenschnitt und Unkraut möglichst erst antrockenen lassen.

·         Immer mal wieder gröbere Zweige als „Lüftungsschächte“ einstreuen.

·         Größere Mengen feuchter Küche­n­abfälle portionsweise in Zeitungspapier einschlagen.

·         Auch etwas Gesteinsmehl nimmt überschüssige Feuchtigkeit auf und kann bei Bedarf direkt über das feuchte Material gestreut werden.

Übrigens: Mit einem Kompostthermometer können Sie überprüfen, ob im Kompostinneren gute Rottebedingungen herrschen. Optimal sind Temperaturen von 60 bis 70 Grad Celsius; in kleineren Gartenkompostern sollten immerhin noch 45 Grad Celsius erreicht werden.

Wann ist der Kompost reif?

Das hängt stark von der Art und Durchmischung des Kompostmaterials ab. Nach vier bis neun Monaten ist in der Regel das gewünschte Resultat erreicht: Der reife Kompost ist dunkel und feinkrümelig und riecht angenehm nach Waldboden. Der Reifegrad kann mithilfe des sogenannten Kressetests überprüft werden: Befüllen Sie ein Pflanzgefäß mit Gartenerde und eines mit dem zu testenden Kompost und streuen Sie gleichmäßig Kressesamen aus. Hinkt die Kresse im Kompost nach fünf Tagen deutlich im Wachstum hinterher oder zeigt gelbe oder braune Blätter, muss der Kompost noch etwas reifen.

Wie verwendet man Kompost im Garten?

Einige Starkzehrer wie Kürbisse und Zucchini wachsen zwar mitunter direkt auf dem Kompost, als reines Pflanzsubstrat ist das schwarze Gold aber insgesamt weniger geeignet: Die in hoher Konzentration enthaltenen Nährsalze entziehen gerade zarten Keimlingswurzeln zu viel Feuchtigkeit und lassen sie regelrecht verdorren.

An größeren Pflanzen können in reinem Kompost Mangelerscheinungen auftreten, da sich manche Nährstoffe in hoher Konzentration gegenseitig blockieren. Durch und durch empfehlenswert ist Kompost hingegen als Bodenverbesserer und Dünger. In größerer Menge eingearbeitet, macht er schwere Böden lockerer und erhöht bei sandigen Böden die Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe.

Beim Düngen kann man sich an folgender Faustregel orientieren: Gemüse und Rosen freuen sich im März/April über 3 l/m², für die meisten Zierpflanzen genügen 2 l/m². Beerenobst erhält je Pflanze 2 l Kompost sowie 100 g Hornmehl und Baumobst 4 l Kompost und 100 g Hornmehl. BZL