Rinderherpes: Keine Tötung negativ getesteter Tier

 

Foto: Detlef Steinert

Am Montag hat Lambert Giesen mit der Städteregion Aachen eine Vereinbarung unterzeichnet, wonach alle negativ auf Rinderherpes getestete Tiere seiner Milchviehherde am Leben bleiben können. Das meldet die Organisation Freie Bauern Nordrhein-Westfalen. Im vergangenen Jahr war in dem Betrieb in der Städteregion Aachen das Bovine Herpes Virus 1, kurz BHV1 oder Rinderherpes, festgestellt worden. Bei positiven Befunden sieht das Tierseuchenrecht die Tötung des betroffenen Bestandes vor. Dagegen hatte Lambert geklagt. Gegen die vom zuständigen Veterinäramt erlassene Anordnung hatte Lambert vor dem Verwaltungsgericht Aachen geklagt, allerdings erfolglos. Die Organisation FREIE Bauern bezeichnet die Vereinbarung als Kompromiss, der in erster Linie dem Städteregionsrat Tim Grüttemeier zu verdanken sei. Sie kritisiert dagegen fehlende politische Unterstützung der Landesregierung.

Die Organisation Freie Bauern kündigte an, „wachsam die Umsetzung der Vereinbarung verfolgen“ zu wollen „und sich auf politischer Ebene weiterhin für einen angemessenen Umgang mit der Krankheit Rinderherpes“ einzusetzen. Allerdings würde dies einen grundlegenden Schwenk in der Tierseuchenpolitik erfordern, für den es neben der Zustimmung durch Landes- und Bundespolitik auch die der EU bräuchte. Welche Auswirkungen die getroffene Vereinbarung auf den Status „frei von BHV1“ für den gesamten Regierungsbezirk Köln sowie ganz Nordrhein-Westfalen und den damit verbundenen Handel mit Rinder hat, geht aus der Mitteilung der Organisation freie Bauern nicht hervor.