Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) sieht die Lebensmittelversorgung in Deutschland gefährdet und macht dafür auch die Bundespolitik verantwortlich. Vor dem Hintergrund einer als „Katastrophe“ eingestuften Getreideernte im Rheinland klagte RLV-Präsident Bernhard Conzen vergangene Woche, „die aktuelle Politik macht es uns leider nicht leichter“.
Laut Conzen stehen die Landwirte vor der großen Herausforderung, die Lebensmittelversorgung unter immer schwierigeren Bedingungen zu sichern. Statt sachgerechte Antworten darauf zu geben, „regiert die Berliner Blase mit einem bürokratischen Klein-Klein aus Auflagen und Verboten“. Der RLV-Präsident mahnte in Richtung Politik, endlich wieder zu mehr Fachlichkeit zu kommen. Gebraucht wird laut Conzen eine Düngung, die sich am Bedarf der Pflanzen orientiert, damit marktfähige Produkte erzeugt werden können. Zudem brauche es eine ausreichende Zahl von Pflanzenschutzmitteln, um den Herausforderungen des Klimawandels mit immer neuen Pflanzenkrankheiten und Schädlingen angemessen begegnen zu können. Schließlich bedarf es Conzen zufolge eines Innovationsschubs in der Pflanzenzüchtung, damit die Klimaanpassung gelingen kann.
Zur Wintergerstenernte hatte der RLV einen Ertragsrückgang von mehr als 20 % auf im Durchschnitt 67 bis 70 dt/ha gemeldet. Auch beim Winterweizen habe sich dieses miserable Ergebnis faktisch durchgesetzt. Der mittlere Hektarertrag für die diesjährige Weizenernte werde auf rund 72 dt/ha geschätzt, während für die fruchtbaren rheinischen Böden Durchschnittserträge von fast 90 dt/ha üblich seien.