Ruf nach mehr Mitbestimmung

Foto: Michaela Glatzl

Landfrauen verabschieden Positionspapier mit der Forderung, die Chancen auf eine Teilnahme an Entscheidungen zu verbessern

 

Für eine gezielte Aus- und Weiterbildung von Frauen auf dem Land haben sich die LandFrauen- und Bäuerinnenverbände aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol ausgesprochen. Das verbessere die Chancen der Frauen auf eine aktive Teilnahme an Entscheidungsprozessen, heißt es in einem Positionspapier, das beim diesjährigen Vier-Länder-Treffen der Verbände in Salzburg verabschiedet wurde. Zu dem Treffen waren die Präsidentin des Deutschen LandFrauenverbandes (dlv), Petra Bentkämper, Österreichs Bundesbäuerin Irene Neumann-Hartberger, die Präsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und LandFrauenverbandes, Anne Challandes, und die Südtiroler Landesbäuerin Antonia Egger zusammengekommen.

 

Unternehmerinnen stärken

 

Gefordert wird in dem Positionspapier eine generelle Verbesserung der Rahmenbedingungen für Landfrauen, um deren Funktion als Unternehmerinnen zu stärken und ihnen Zukunftsperspektiven zu geben. Besonders hervorgehoben wird das Potenzial junger Frauen für die Zukunft der ländlichen Räume. Sie müssten verstärkt motiviert und in die Verbandsarbeit eingebunden werden. Noch immer seien Bäuerinnen und Landfrauen in der landwirtschaftlichen Interessenvertretung, in kommunalen Gremien sowie in regionalen Verbänden und Vereinen unterrepräsentiert.

 

„Die Landfrauen sind eine starke Stimme für alle Frauen auf dem Land“, betonen die Präsidentinnen. Durch ihre gesellschaftliche Vernetzung und ihr politisches Engagement übernähmen sie Verantwortung füreinander und für ihr gesamtes Lebensumfeld. Sie leisteten einen unschätzbaren Beitrag zur Entwicklung der ländlichen Räume und für die nächsten Generationen.

 

Erfahrungen bisher ernüchternd

 

Ebenso wurde diskutiert, wie Frauen, die bereits in Führungspositionen aktiv sind, stärker eingebunden und unterstützt werden können. Hier zeigten die Erfahrungen aus allen Ländern leider ernüchternde Ergebnisse.

 

„Der Frauenanteil in politischen Gremien stagniert und ist sogar rückläufig. Strukturen sind zu wenig familienfreundlich und starre Sitzungszeiten, männlich geprägte Sitzungskultur bis hin zu einem sexistischen Umgangston und Anfeindungen gerade in den sozialen Medien schrecken Frauen ab“, erklärte dlv-Präsidentin Bentkämper. Das seien Hemmnisse für die Frauen. Alle seien gefordert, hier Änderungen herbeizuführen.