Ruf nach Unterstützung

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Als „Strukturbruch“ hat der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, die vielen aktuellen und geplanten Betriebsaufgaben in der heimischen Tierhaltung und insbesondere in der Schweinebranche bezeichnet. Angesichts dieser dramatischen Lage sei die Politik aufgefordert, alles dafür zu tun, um die Schweinehalter zu unterstützen. „Nahezu täglich steigen Betriebe aus der Schweinehaltung aus. Kaum einer investiert noch in neue Ställe. Deshalb brauchen unsere Schweinehalter jetzt dringend Zukunftsperspektiven“, betonte Rukwied am Dienstag vergangener Woche auf dem DBV-Veredlungstag im bayerischen Essenbach. Der Umbau der Tierhaltung müsse zwingend durch langfristige Verträge gesichert werden und auf die Haltungskennzeichnung müsse zwingend auch eine Herkunftskennzeichnung folgen. „Sonst kommen wir beim Tierwohl nicht voran und die Schweinehaltung wird noch weiter ins Ausland verlagert“, warnte der DBV-Präsident. Er hob hervor, dass die Landwirte ein klares Bekenntnis zur Weiterentwicklung der Tierhaltung abgegeben hätten: „Wir haben unseren Teil gemacht; jetzt muss Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir liefern.“


DBV-Veredlungspräsident Hubertus Beringmeier kritisierte den aktuellen Gesetzentwurf zur Haltungskennzeichnung scharf. Dieser weise handwerklich erhebliche Schwächen auf, mit denen die angestrebte Wirkung nicht nur verfehlt, sondern in Teilen sogar konterkariert werde. Beispielsweise sei die Sauenhaltung gar nicht berücksichtigt. So könnten Schweine und Schweinefleisch mit anderen Standards aus dem Ausland in den heimischen Markt importiert werden und würden das Tierwohllabel erhalten. „Das ist eine Einladung zur Verbrauchertäuschung“, brachte es Beringmeier auf den Punkt. Daher müsse der Entwurf jetzt im parlamentarischen Verfahren deutlich nachgebessert werden. Darüber hi­­naus entstehe mit der Neuregelung eine erhebliche bürokratische Mehrbelastung, weil weder ein Anschluss an vorhandene amtliche Meldesysteme noch an private Qualitätssicherungssysteme hergestellt werden solle. Nach Ansicht von Beringmeier ist außerdem der Anwendungsbereich nicht weitreichend genug gestaltet. Dringend müssten auch der Bereich der Verarbeitungsware und neben dem Lebensmitteleinzelhandel auch Verarbeiter, Großverbraucher sowie die Gastronomie mit einbezogen werden.    AgE