Der Deutsche Bauernverband (DBV) wehrt sich gegen Kritik aus den Reihen des Lebensmitteleinzelhandels im Zusammenhang mit der Initiative Tierwohl. DBV-Präsident Joachim Rukwied nannte in der vergangenen Woche Vorwürfe vom Vorstandsvorsitzenden der Edeka-Zentrale, Stefan Mosa, „absurd“, der Bauernverband trage die Schuld an der unzureichenden Finanzausstattung der Brancheninitiative. Richtig sei vielmehr, dass der Handel ursprünglich einen Finanzbedarf von mehreren hundert Millionen Euro im Jahr für notwendig erachtet habe. Dieser Betrag sei jedoch unter Federführung von Edeka auf 85 Mio. € jährlich gedrückt worden, stellte Rukwied klar. Der Bauernverband habe dem zustimmen müssen, um das Projekt überhaupt starten zu können. Wie erwartet hätten die Mittel nicht ausgereicht. Mittlerweile stünden mehr als 2 000 Betriebe auf der Warteliste. Rukwied erinnerte daran, dass lediglich die Kriterien für bessere Haltungsbedingungen in der Tierhaltung einvernehmlich zwischen der Landwirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel vereinbart worden seien. Demgegenüber sei die Finanzausstattung einseitig von Seiten des Handels festgelegt worden. Mit seinen aktuellen Äußerungen stelle Mosa die damaligen Verhandlungen damit völlig auf den Kopf.