Russland hat den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen gesetzlich verboten. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde von der Staatsduma vergangene Woche verabschiedet. Demnach wird „der Anbau und die Züchtung von Pflanzen und Tieren, deren genetisches Programm unter Verwendung von gentechnischen Verfahren verändert wurde“ oder „die gentechnisch hergestelltes Material enthalten, welches kein Ergebnis der natürlichen Prozesse ist“, untersagt. Eine Verletzung des Verbotes kann künftig eine Geldstrafe von bis zu umgerechnet 6 900 € nach sich ziehen. Allerdings soll eine Ausnahme für den Anbau und die Züchtung von Pflanzen und Tieren zu Forschungszwecken gelten. Das Gesetz ist nicht unumstritten. Forscher hatten auf die Vorzüge der Gentechnik als der „am besten geeigneten und effektivsten Methode zur Veränderung des Erbguts von Nutzpflanzen zur Ertragssteigerung sowie der Verbesserung von Geschmack und Nährwert der Produkte oder der Resistenz gegen Schädlinge“ verwiesen. Sie halten eine Renaissance der russischen Saatgutwirtschaft nur mit den Erkenntnissen und Verfahren der Gentechnik für möglich. Russland ist derzeit bei Saatgut und Pflanzmaterial sehr stark auf Importe angewiesen.