RWZ-Vorstand sieht PRIO-Strategie bestätigt

Foto: Werkbild

War 2020 für den Vorstandsvorsitzender der RWZ, Christoph Kempkes, schon „ein wirklich gutes Jahr“, rechnet er damit, auch 2021 ein stattliches Konzernergebnis einzufahren. Nach 11,3 Mio. € vor Steuern im Vorjahr sollen es in diesem Jahr zwischen 8 und 10 Mio. € werden. Das erklärte Kempkes in der vergangenen Woche gegenüber Journalisten. Die Unternehmensstrategie PRIO, die seit 2016 verfolgt wird, habe ihre Wirkung entfaltet und zu Verbesserungen in Kosten- und Leistungspositionen geführt. Als „punktgenau geliefert“ beschreibt er das aktuelle Resultat. Ausgehend davon strebt Kempkes weiter strategisches und profitables Wachstum des Unternehmens an. Dazu beitragen sollen geeignete Kooperationen und Zukäufe sowie die Erschließung neuer Geschäftsfelder.

Konzernergebnis im Überblick

Bei einem Gesamtumsatz von 2,1 Mrd. € lag die Gewinnmarge im Vorjahr bei 0,5 % und damit in einem durchaus mit anderen Genossenschaften vergleichbaren Bereich. Die Steigerung der Vertriebsleistung sei 2020 deutlicher größer gewesen als der Kostenzuwachs. Das Eigenkapital konnte gegenüber 2019 um 5,9 % beziehungsweise 8 Mio. € auf 152 Mio. € erhöht werden. Die Eigenkapitalquote liegt nun bei 23 %. Der Generalversammlung soll die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 2,5 % vorgeschlagen werden. Für 2023 plant die RWZ nach Angaben des Vorstandsvorsitzenden einen Umsatz von 2,2 Mrd. € (2020: 2,08 Mrd. €) bei Kosten von 205,3 Mio. € und einem Rohergebnis von 242,1 Mio. €. Kempkes wies mit Blick auf die Entwicklung darauf hin, dass das Rohergebnis in den vergangenen Jahren stärker gestiegen sei als die Kosten. Den moderaten Kostenanstieg führt er auch darauf zurück, dass sich die RWZ von manchen Unternehmensteilen, genannt wurden etwa die Futtermittelwerke, getrennt habe.

Allianz mit Kassel

Aktuell treibt die Genossenschaft vor allem die Kooperation mit der RaiWa Kassel um, von der Kempkes eine weitere Verbesserung der Ertragslage erwartet. Wie berichtet (siehe LZ 17/2021), beabsichtigt die RWZ, 19 Standorte im Einzugsgebiet der Genossenschaft aus Hessen abzugeben. Dieses Zugeständnis war unter anderem nötig, um vom Bundeskartellamt die Zustimmung zu einer Zusammenarbeit an anderer Stelle zu bekommen. Offizieller Start der Allianz mit Kassel wird der 1. Juni sein. Dann soll die gemeinsame Tochter AgriTrading Agrarrohstoffe bündeln und für beide Unternehmen vermarkten. Außerdem ist beabsichtigt, dass die RaiWa einen großen Teil benötigter Betriebsmittel über die RWZ bezieht. Für die RWZ erwartet Kempkes eine Ergebnisverbesserung und die Rückführung von Finanzverbindlichkeiten.

Differenzierung im Kartoffelgeschäft

Im Kartoffelsegment skizzierte Kempkes ein schwieriges Umfeld. Er zählt es zu den „Corona-Verlierern“. Der Rückgang im Außer-Haus-Verzehr habe auch die RWZ-Aktivitäten betroffen, da hier ein Schwerpunkt auf Verarbeitungsware liegt. Zwar sei es gelungen, alle Mengen abzusetzen, teils allerdings mit „inferiorer Verwertung“. Zugutegekommen seien hier der RWZ-Tochter Weuthen vor allem die langjährig guten Beziehungen zu den Verarbeitern und die Zuverlässigkeit in der Belieferung. Dies sieht Kempkes als Vorteil im Hinblick darauf, dass nach Corona die weltweite Nachfrage nach Pommes frites wieder ansteigt. Darauf bereitet sich das Unternehmen bereits vor und will den höheren Bedarf über Anbauverträge mit zum Beispiel Landwirten in Frankreich decken.

Einen gewissen Ausgleich der Absatzeinbrüche bei Verarbeitungsware macht der Vorstansvorsitzende bei den Zukäufen aus, die die RWZ 2020 gezielt überregional getätigt hat. So etwa bei der KCB in Oberbayern oder der Groka in Niedersachsen. Beide Unternehmen profitierten von der in der Corna-Pandemie deutlich gestiegenen Nachfrage nach Speisekartoffeln. Kempkes kündigte in dem Zusammenhang an, dass die RWZ ihr Engagement im Kartoffelsektor daher weiter differenzieren und im Speisesegment verstärken wolle. ds