Der Einsatz von Säuren in der Schweinefütterung wirkt sich günstig auf die Darmgesundheit und die angestrebten Leistungen von Zuchtsauen, Ferkeln und Mastschweinen aus. Das gilt besonders für die Sommermonate, denn Säuren haben auch eine konservierende Wirkung auf das Futter. Johannes Hilgers und Prof. Dr. Uwe Hühn beschreiben, warum Säuren in der Schweinefütterung ihren festen Platz haben sollten.
In der Ernährungsphysiologie haben sich neuere Forschungen beim Schwein auf die Verdauungsräume Magen und Dickdarm erstreckt. Für den Magen wurde dabei erkannt, dass er durch seine geringe Bildung von Salzsäure (HCL) in den Magen-Fundusdrüsen ungenügend für die Erfüllung seiner beiden Funktionen ausgestattet ist. Dies sind
- eine bakterielle Schranke gegen Futterkeime zu bilden und
- die Proteinverdauung durch Pepsinwirkung des Magensaftes einzuleiten.
Hierbei haben sich sowohl die Verfütterung saurer Rationskomponenten als auch der Einsatz von Säuren als hilfreiche Unterstützungsmaßnahmen erwiesen. Am längsten bekannt in der Praxis sind Milchsäure enthaltende Futtermittel wie milchsaure Silagen aller Art, beispielsweise Mais, Luzerne, Kleegras, CCM, dickgelegte Milch oder Silosickersaft. Sie alle besitzen die wertvolle Eigenschaft, dass sie neben der Säure stets noch deren lebende „Erzeuger“, die Laktokeime, liefern. Diese besitzen zudem eine probiotische Wirkung, sodass Magen und Darm mit diesen nützlichen Mikroben überflutet werden. Saure Futtermittel werden gern gefressen, was ihre Beliebtheit bei Schweinen erklärt. Das gilt gleichermaßen für den Einsatz von Säuren als Futterzusatzstoffe.
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