SBR-toleranter Sortenstamm entdeckt

Foto: Viktoria Ditges

Ein Zuckerrübenstamm hat sich bei einem Sortenversuch gegen die neuartige Bakterienkrankheit „Syndrome Basses Richesses“ (SBR) als sehr widerstandsfähig gezeigt. Er könnte schon im nächsten Jahr zu einer neuen Sorte entwickelt werden. Darauf hat der Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer in Worms hingewiesen. Die Ergebnisse stammen aus dem Forschungsprojekt „Nachhaltiges Insekten- und Krankheitsmanagement im Zuckerrübenanbau der Zukunft“ (NIKIZ), das jetzt ausläuft. Daran knüpft das Folgeprojekt „Sortenwahl für Nachhaltigkeit und Resilienz (SONAR)“ an. „Besonders auffällig waren die deutlich gesünderen Blätter und sichtbar größeren Rüben“, sagte die Teamleiterin des SONAR-Projekts, Anna Dettweiler, zu dem widerstandsfähigen Zuckerrübenstamm. Andere Sorten seien hingegen fast „vollständig zusammengebrochen“. Die bakterielle SBR-Krankheit wird durch die eingewanderte Schilf-Glasflügelzikade übertragen. Bei Zuckerrüben führt sie zu teils erheblichen Einbrüchen beim Zuckergehalt. Eine Ertragsminderung um bis zu 50 % ist laut dem Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauerverband möglich. Verbandsgeschäftsführer Dr. Christian Lang schätzt, dass bereits mehr als 50 000 ha in Deutschland befallen sind. Die Tendenz sei steigend.