SBR und BKW: Forscher raten zu früherer Ernte

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Erkenntnisse zu neuen Pflanzenkrankheiten an Zuckerrüben und Kartoffeln hat die BETA-SOL-Forschungsgruppe vorgelegt. Dabei geht es um SBR, das Syndrom niedriger Zuckergehalte bei Zuckerrüben, und die Bakterielle Kartoffelknollenwelke (BKW). Beide Erkrankungen werden von den gleichen bakteriellen Erregern ausgelöst, wobei die Schilf-Glasflügelzikade in beiden Kulturen als hochpotenter Überträger fungiert. Eine Studie konnte nun eine deutliche Steigerung der Beladung befallener Pflanzen mit den beiden krankheitsverursachenden Bakterien nachweisen: den Stolbur-Phytoplasmen und dem Proteobakterium Candidatus Arsenophonus.

 

Die Erreger lösen der Forschungsgruppe zufolge die Gelbfärbung von Blättern sowie Welkeerscheinungen bei den Pflanzen aus. Beide Symptome zusammen seien verstärkt beim Vorhandensein beider Bakterien nachgewiesen worden. In der Vergangenheit sei meist nur ein Erreger gefunden worden. Das habe bei den Rüben zwar für niedrigere Zuckergehalte gesorgt, aber die Pflanzen seien noch vital gewesen. Jetzt würden aber viele Pflanzen durch die Doppelbeladung mit Bakterien absterben. Die beiden Bakterien wurden laut Studie zusammen in 35 % der insgesamt 200 untersuchten Proben auf Zuckerrüben übertragen. Im Gegensatz zu den Zuckerrüben dominiere bei Kartoffeln das Proteo-Bakterium das Krankheitsgeschehen. In 48 % der analysierten Proben seien nur die Proteo-Erreger übertragen worden, in 8 % nur Stolbur-Erreger. Weitere Erkentnisse wurde diese Woche auf einer internationalen Tagung vorgestellt.

 

Die Forschungsgruppe schlägt vor, die Ernte von Kartoffeln und Zuckerrüben künftig noch mehrere Wochen früher zu beginnen, um die Folgen durch faule Zuckerrüben und geringere Erträge zu vermindern. In den kranken Pflanzenbeständen sinken nach Aussage der Gruppe die Erträge und Qualitäten und es treten verstärkt Pilzkrankheiten an den geschwächten Pflanzen auf. Diese führten zu Fäulnis und schlechten Lagereigenschaften, besonders bei Zuckerrüben. AgE