Schermbeck: noch mehr Risse

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Am 11. und 20. Oktober sowie am 22. Oktober, wurde im Wolfsgebiet Schermbeck jeweils ein Kleinpferd gerissen, ein weiteres wurde am 21. Oktober am Hinterlauf verletzt. Wie das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW (MULNV) mitteilt, deuten alle Rissumstände auf Wölfe als Verursacher hin. Die genetischen Analysen laufen zurzeit. Seit 2018 ist laut MULNV bekannt, dass sich im Raum Schermbeck zunächst eine Wölfin mit der amtlichen Kennung GW954f und ab 2020 ein Rudel mit zwei Erwachsenen und einer jährlich schwankenden Zahl von Welpen niedergelassen haben und ständig präsent sind.

Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann sagt dazu: „Umso wichtiger ist es, die Weiden mit potenziell gefährdeten Haus- und Nutztieren, das sind neben Schafen, Ziegen und Gatterwild auch Kleinpferde, wolfsabweisend zu zäunen und in den dunklen Tag- und Nachtstunden in einen Stall zu verbringen.“ Bottermann weist außerdem auf die Hotline der Herdenschutzberatung bei der Landwirtschaftskammer hin, die unter Telefon 0 29 45/98 98 98 zu erreichen ist. Das Gahlener BürgerForum betonte, dass das vierte gerissene Pony nicht alleine auf der Weide gestanden habe, sondern gemeinsam mit einem Großpferd und einem weiteren Kleinpferd. „Anscheinend machen Wölfe auch vor drei Pferden auf einer Wiese nicht halt“, heißt es in einem Pressestatement.

Der Rheinische Landwirtschafts-Verband (RLV) hält es für dringend erforderlich, sich erneut mit der Frage einer Entnahme von „Gloria“ zu beschäftigen. Erst im Januar hatte das Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium mitgeteilt, dass es im Wolfsgebiet Schermbeck seit 2018 zu 56 Vorfällen mit insgesamt 111 getöteten Weidetieren gekommen war - mit wenigen Ausnahmen konnten die Übergriffe der Wölfin zugeordnet werden, erklärt der RLV in einem Pressestatement. In mindestens vier Fällen wurde dabei ein nach den Empfehlungen des Bundes ausreichender Herdenschutz überwunden. Zu befürchten ist daher aus Sicht des RLV, dass auch die angekündigte Ausweitung der Herdenschutz-Förderrichtlinie auf Pferdehalter „Gloria“ nicht stoppen wird. Umso mehr sollten – wie mehrfach bereits vom Verband gefordert – Lösungsansätze anderer Mitgliedstaaten endlich auch in Deutschland in den Blick genommen werden. In Frankreich gibt es schon lange eine jährliche Entnahmequote, um den Bestand des gefährlichen Raubtieres zu begrenzen. „Das wäre auch den leidgeprüften Tierhaltern hierzulande zu wünschen, sodass sie endlich wieder ohne Angst und Einschränkungen ihre Tiere auf der Weide halten können“, meint der RLV.