Seit vielen Jahren wird ein starker Rückgang der Artenvielfalt bei Wildbienen festgestellt. So sind schon 39 von 561 Wildbienenarten ausgestorben beziehungsweise verschollen und circa 52 % der Wildbienenarten in Deutschland ausgestorben, gefährdet oder ex-trem selten. Um Wildbienen zu schützen, entstand im Sommer 2019 die Idee für das Projekt „Wildbienenhäuser“ des Geschichts- und Heimatvereins Merode. Im Frühjahr 2020 wurde das Projekt dann gestartet.
„Inzwischen haben wir innerhalb unseres Projekts bereits 23 Wildbienenhäuser in den Gemeinden Langerwehe und Inden errichtet. Weitere sechs befinden sich zurzeit auf unserem Hof“, sagt Xavier Schmitz-Schunken vom Geschichts- und Heimatverein Merode und Leiter des Projekts. Auch freut er sich darüber, dass weitere Wildbienenhäuser außerhalb des Projekts in anderen Kommunen und Städten durch ihn aufgestellt worden sind. Die Häuser werden in Merode aus regionalen Materialien zusammengebaut und dann zu den Aufstellorten transportiert und fertig aufgestellt. In Verbindung mit den Bürgern werden die Wildbienenhäuser hauptsächlich mit NRW-Heimat-Schecks finanziert.
„In jedem Wildbienenhaus ist Platz für die Anlage von circa 25 000 Nistzellen unterschiedlicher Wildbienenarten. Mit Bohrungen von 2 bis 10 mm Durchmesser in Hartholznistblöcken und in Bambusröhrchen sowie in Bienenniststeinen aus Ton kann man dort viele Wildbienenarten von Ende Februar bis Anfang Oktober beobachten“, stellt Schmitz-Schunken aus Merode klar.
Neben öffentlichen Aufstellorten wie Kinderspielplätze, wo Kinder sich die Entwicklung der Bienenhäuser genauer angucken können, ist ein wichtiger Teil des Projekts die Aufstellung der Wildbienenhäuser in Kitas, Kindergärten und Schulen mit der Durchführung von Workshops zur Vervollständigung des Wildbienenhauses mit Nisthilfen. Hier erhalten Kinder und Schüler durch eine Waldpädagogin der Biologischen Station des Kreises Düren eine Einführung in das Thema Insektensterben – Wildbienenschutz und können selber Wildbienen-Niststeine formen und in diese Löcher stechen sowie Modulkästen mit Nistmaterial wie Schilf- und Bambusröhrchen sowie Papphülsen bestücken. Außerdem können dann im Laufe des Jahres die Kinder und Schüler immer wieder das Treiben der Wildbienen beobachten. „Wo Kinder selbst mit Hand anlegen, das bleibt für lange Zeit in ihrem Gedächtnis haften“, erhoffen sich die Vereinsmitglieder von dem Projekt. „Wir erhalten viele positive Rückmeldungen von Familien, deren Kinder zu Hause von den Wildbienen und dem Projekt erzählen“, freut sich der Projektleiter.
Für die Zukunft erhofft sich der 70-Jährige weiterhin einen guten und positiven Beitrag des Projekts zum Thema Wildbienenschutz in der Öffentlichkeit.
Jan-Martin Böhling