Schouten hat Visionen – Niederländische Agrarministerin nimmt sich Pflanzenschutz vor

Foto: Rufus de Vries

Die niederländische Landwirtschaftsministerin Cornelia Schouten hat vergangene Woche ihre „Zukunftsvision Pflanzenschutz 2030“ vorgestellt. Demnach sollen die Landwirtschaft und der Gartenbau in den Niederlanden im Jahr 2030 mit widerstandsfähigen Pflanzen und Anbausystemen arbeiten, die die Risiken durch Krankheiten und Schädlinge deutlich senken und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weitgehend überflüssig machen. Ansonsten seien die Prinzipien des integrierten Pflanzenschutzes maßgeblich. Emissionen in die Umwelt und Rückstände gelte es dabei zu minimieren. Ziel sei es, „die niederländische Landwirtschaft und den Gartenbau im Bereich des nachhaltigen Pflanzenschutzes international führend zu machen“.

Mit Blick auf die Umsetzung kündigte die Ressortchefin einen Paradigmenwechsel an. Der traditionelle, risikoorientierte Pflanzenschutzansatz stelle ein empfindliches Gleichgewicht her, in dem kleine Veränderungen im System dazu führen könnten, dass Pflanzenkrankheiten und -schädlinge aufträten und bekämpft werden müssten. Der neue Ansatz sehe dagegen ein robustes System vor, das kleine Veränderungen abfange. Damit dies gelingen könne, müssten unter anderem sehr widerstandsfähige Sorten eingesetzt werden. Dies erfordere allerdings angemessene Gesetze und Versuchsspielräume, um neue Züchtungstechnologien wie  etwa CRISPR/Cas anwenden zu können. Außerdem müssten die Ackerbauern auf Precision Farming mit emissionsarmer Technik setzen. Die Ränder der Ackerschläge sollten eine hohe Biodiversität mit Nützlingen aufweisen. Auch für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in der Europäischen Union sieht Schouten Verbesserungsbedarf. Ziel sei es, den Marktzugang für innovative Produkte – dazu gehörten mikrobiologische Pflanzenschutzmittel – zu fördern. Dafür müssten die Zulassungskosten auf der Basis von risikoorientierten Zulassungsbewertungen und -entscheidungen verringert werden. Aufbauend auf dieser Vision, will die Ministerin nach der Sommerpause ein Aktionsprogramm mit kurz-, mittel- und langfristigen Perspektiven vorlegen. Unterdessen forderte der LTO von der Ressortchefin, die neue Strategie in den kommenden vier Jahren mit insgesamt 60 Mio. € zu unterstützen. Der Sektor werde mindestens ebenso viel Geld investieren, hieß es. AgE/ds