Auch in Schleswig-Holstein werden die Zuständigkeiten für Landwirtschaft und Umwelt wieder auf zwei unterschiedliche Ressorts verteilt. Der von CDU und Grünen am Mittwoch vergangener Woche vorgestellte Koalitionsvertrag sieht ein Ministerium für Landwirtschaft, ländlichen Raum Europa und Verbraucherschutz sowie ein Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt- und Naturschutz vor. Seitens der Umweltverbände hagelte es Kritik wegen der Aufspaltung. Die ministerielle Aufteilung sei rückwärtsgewandt und stürze das Land im Naturschutz weiter in die Krise, befürchtet etwa der NABU. Die Umweltorganisation sieht darin einen drastischen Rückschritt für die Umsetzung von Naturschutzzielen und eine fortschrittliche Gestaltung der Agrarpolitik. Skeptisch reagierte zunächst auch der Bauernverband Schleswig-Holstein (BVSH) auf die Trennung des bisherigen Umwelt- und Landwirtschaftsministeriums. Zufrieden zeigte sich der Verband allerdings mit dem Landwirtschaftskapitel im Koalitionsvertrag.
Das Landwirtschaftsministerium geht dem Koalitionsvertrag zufolge an die CDU und das Umweltressort an die Grünen. Für den Posten des Umweltministers haben die Grünen bereits den bisherigen Staatssekretär Tobias Goldschmidt nominiert. Die CDU gab am Montag, nachdem die Landesdelegierten dem Koalitionsvertrag auf einem Parteitag zugestimmt hatten, bekannt, dass Werner Schwarz an die Spitze des Agrarressorts rückt. Schwarz ist amtierender Präsident des Bauernverbandes in Schleswig-Holstein und hatte erst vor wenigen Tagen sein Amt als Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) aufgegeben. Sein Großvater Werner Schwarz war von 1959 bis 1965 Bundeslandwirtschaftsminister.
ds/AgE