Schweinehalter in der Zange

Die Schweinehalter in Deutschland werden durch immer niedrigere Erzeugerpreise bei gleichzeitig steigenden Produktionskosten regelrecht „in die Zange genommen“. Darauf hat Anfang vergangener Woche der Vorsitzende vom Kreisverband Hannover des Landvolks Niedersachsen, Volker Hahn, aufmerksam gemacht. Er berichtete, dass die Schlachtbetriebe den Mästern immer weniger Geld für ihre Tiere bezahlten; Anfang März sei der Auszahlungspreis auf ein rekordverdächtiges Tief von 1,24 €/kg Schlachtgewicht gefallen. Die Verbraucherpreise für 1 kg frisches Schweinefleisch lägen dagegen recht konstant zwischen 5,50 € und 6 €. „Der Einzelhandel sowie Verarbeitungsunternehmen können auf unsere Kosten bei niedrigen Schweinepreisen steigende Margen für sich verbuchen“, monierte Hahn. Dabei seien den Betriebsleitern in den vergangenen Jahren die Kosten im wahrsten Sinne des Wortes „davongaloppiert“. Löhne, Energie, Futter sowie neue Technik für die Güllelagerung und -ausbringung müssten auch bei stark gesunkenen oder fehlenden Einkommen bezahlt werden. Darüber hi­naus hätten viele Tierhalter im Rahmen der Brancheninitiative Tierwohl investiert, doch nicht einmal die Hälfte der angemeldeten Schweinehalter erhalte dafür wegen Budgetrestriktionen Geld. „Noch mehr Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif“, stellte Hahn klar.