Jeder hofft auf die Zeit nach Corona. Bei den rheinischen Kartoffelerzeugern ist das nicht anders. Das wurde anlässlich der Mitgliederversammlung der Reka deutlich. Die fand am Mittwoch voriger Woche digital statt und erstmals wieder seit zwei Jahren. Im Vorjahr musste sie wegen der Pandemie ausfallen. So hatten sich einige Formalien angesammelt. Doch im Mittelpunkt stand, wie sich die Märkte entwickelt haben und welche Perspektiven sich bieten.
Nicht nur Reka-Vorsitzender Alois Keutmann hob dabei mehrfach das partnerschaftliche Verhältnis zu den Abnehmern und Handel und Verarbeitung hervor. Auch Geschäftsführer Wilfried Beeker und Vorstandsmitglied Florian Oymanns stellten im Zuge ihrer Analysen zu den Märkten für Speisekartoffeln beziehungsweise Verarbeitungskartoffeln heraus, wie wichtig die Zusammenarbeit in der Kette für die Bewältigung der schwierigen Absatzsituation im Vorjahr gewesen sei. So hätten zum Beispiel alle Fritten-Kartoffeln einer Verwertung zugeführt werden können. Allerdings hätten dafür alle Beteiligten ihren finanziellen Beitrag leisten müssen. Beeker betonte mit Blick auf den Speisekartoffelmarkt zudem die besondere Bedeutung der Qualitäten für die Rentabilität des Anbaus. Neben niedrigen Erzeugerpreisen würden vor allem hohe Absortierungen diese beeinträchtigen. Der Wegfall bisher bewährter Mittel für Pflanzenschutz und Lagerung würde die Anbauer vor Herausforderungen bei der Erfüllung der Qualitätsansprüche stellen.
Die Mitgliederversammlung stimmte außerdem über die Besetzung von Vorstandspositionen ab. Seit einigen Jahren ist es Gepflogenheit, dass jede Erzeugungsregion im Vorstand vertreten ist. Wiedergewählt wurden Heribert Franken, Mönchengladbach, Tom Huppertz, Eschweiler, Heiner Ricken, Alpen, Stefan Fliegen, Tönisvorst, und Florian Oymanns, Geldern. Altersbedingt scheidet Reiner Kornhaas aus dem Vorstand aus. Neugewählt wurden Stefan Bonsels, Neukirchen-Vluyn, sowie Christoph Impelmanns, Kempen. Beide waren zuvor schon als kooptierte Mitglieder im Vorstand tätig. Die Mitgliederversammlung stimmte darüber hinaus Änderungen in der Satzung zu. Diese beziehen sich unter anderem auf den nach dem Umzug ins Haus der Landwirtschaft in Kempen geänderten Geschäftssitz sowie auf eine aufgrund der kartellrechtlichen Sonderstellung von Erzeugergemeinschaften notwendigen Anpassung, dass im Vorstand nur Personen vertreten sein dürfen, die keinen nennenswerten Fremdhandel mit Kartoffeln betreiben.
ds