Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat die Kennzahlen zur Therapiehäufigkeit mit Antibiotika bei Masttieren für das zweite Halbjahr 2022 berechnet. Diese haben sich im Vorjahresvergleich bei den meisten Tierarten verringert. Wie aus den vom BVL veröffentlichten Daten hervorgeht, nahm bei Kälbern und Rindern sowie bei Ferkeln und Schweinen die Therapiehäufigkeit gegenüber der zweiten Jahreshälfte 2021 ab. Bei Mastgeflügel war hingegen ein moderater Anstieg zu verzeichnen. Entscheidend sind für den Tierhalter seine betriebsindividuellen Ergebnisse im Vergleich zu den bundesweiten Kennzahlen. Liegt sein Betrieb über dem landesweiten Median beziehungsweise der Kennzahl 1, muss er gemeinsam mit seinem Tierarzt die Ursachen dafür ermitteln und gegebenenfalls Schritte zur Senkung der Antibiotikagaben einleiten. Wird die Kennzahl 2 für das dritte Quartil überschritten, unter dem 75 % aller erfassten Therapiehäufigkeiten liegen, muss der Mäster einen schriftlichen Maßnahmenplan zur Verringerung des Antibiotikaeinsatzes erarbeiten und diesen der zuständigen Überwachungsbehörde vorlegen.
Aufgrund der Änderung des Tierarzneimittelgesetzes zu Jahresbeginn werden die bundesweiten Kennzahlen laut BVL zukünftig nur noch jährlich im Februar veröffentlicht. Ab 2023 werden auch Milchkühe, Legehennen, Junghennen, Zuchtschweine und Saugferkel ab bestimmten Betriebsgrößen in die Datenerhebung und Berechnungen der Therapiehäufigkeiten einbezogen.