Sensible Gebiete vom Tisch

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Die EU-Kommission ist bei ihren Plänen zur Verringerung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes kompromissbereit. Das hat die zuständige Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides vergangene Woche im Landwirtschaftsausschuss des Europaparlaments deutlich gemacht. Mehrfach betonte sie, dass der Vorschlag nicht in Stein gemeißelt sei. Rat und Parlament seien nun am Zug, ihre Positionen vorzulegen. Die Kommission sei bereit, gemeinsam tragfähige Kompromisse zu erarbeiten. Als Beleg für die Kompromissbereitschaft der Brüsseler Behörde verwies die Zypriotin auf das in der vorvergangenen Woche bekannt gewordene inoffizielle Positionspapier.

Das Totalverbot sei vom Tisch, bestätigte Kyriakides mit Blick auf die sensiblen Gebiete. Wenn nur die risikoreichsten Wirkstoffe nicht mehr eingesetzt werden dürften, werde zentralen Kritikpunkten Rechnung getragen und negative Folgen für die Biodiversität würden minimiert, ohne die Integrität des Vorschlags zu gefährden. Die Kommissarin unterstrich zudem ihre Diskussionsbereitschaft auch hinsichtlich der Reduktionsziele. Der Vorschlag beziehe sowohl bereits erreichte Fortschritte als auch die Produktionsintensität mit ein; die Kommission sei aber offen dafür, mit dem Parlament und den Mitgliedstaaten bessere Lösungen zu erarbeiten. Kyriakides erinnerte ferner an die geplante Unterstützung für die Landwirte. Über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren sollten Einbußen durch die neuen Auflagen kompensiert werden; das sei eine sehr konkrete Hilfestellung. Zugleich mahnte die Kommissarin, gemeinsame Ziele nicht aufgrund von Bedenken aus den Augen zu verlieren. Die Verringerung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes sei ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, das auch von den Landwirten mitgetragen werde. Um den Verlust der Artenvielfalt und insbesondere der Bestäuber zu stoppen, müsse jetzt gehandelt werden. „Wir befinden uns mitten in einer Klima- und Biodiversitätskrise, die langfristig die Ernährungssicherheit bedroht“, so Kyriakides.

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