Nach tendenziell späterer Aussaat kam der Mais auch in den Höhenlagen Nordrhein-Westfalens 2024 gut zurecht und konnte ertraglich überzeugen. Norbert Erhardt, Landwirtschaftskammer NRW, berichtet über die Landessortenversuche (LSV) Silomais und gibt Hinweise zur Sortenwahl.
Auch in den Höhenlagen zog sich die Maisbestellung 2024 teilweise bis weit in den Mai hinein. Noch mehr als in den Niederungslagen profitierte der Mais hier von den hohen Temperaturen im Frühsommer. Insbesondere die milden Nächte in der zweiten Maihälfte beschleunigten den Feldaufgang. Die LSV mit Mais an den beiden Standorten bei Meschede konnten am 15. Mai gesät werden. Die Sorten brauchten nur 10 bis 14 Tage bis zum Auflaufen. Unter anhaltend feucht-milden Bedingungen wurden die auflaufenden Pflanzen teilweise massiv von Schnecken angegangen. In Meschede-Wallen, wo der Versuch auf flachgründigen Boden mit hohen Tonanteilen stand, musste zur Absicherung des Pflanzenbestands der gesamte Versuch mit Schneckenkorn abgestreut werden.
Ansonsten verlief die Bestandsetablierung unproblematisch. Beispielhaft für die Höhenlagen wurden an der Wetterstation Eslohe für die Monate April bis August über 500 mm Regen gemessen. In Abhängigkeit von der Hanglage und dem Bodengefüge waren hier und da Verschlämmungen und auch Erosion zu beobachten. Insgesamt profitierte der Mais insbesondere auf den flachgründigen Standorten vom guten Wasserangebot.
Rasche Jugendentwicklung ist wichtig
Neben guten Abreifebedingungen im September sind für den Maisanbau unter kühleren Bedingungen in den Höhenlagen die Wachstumsbedingungen im Juni von großer Bedeutung. Da der Übergang in die generative Phase, also in die Blüte und Kolbenfüllung, bei Mais maßgeblich durch die Tageslänge gesteuert wird, muss der Bestand mit abnehmender Tageslänge bis Mitte Juli ausreichend Pflanzenmasse aufbauen. Wird das Wachstum in dieser Phase durch kühle Temperaturen ausgebremst, bleiben die Pflanzen klein. Auch mit höheren Kolbenanteilen kann das Ertragspotenzial der Kultur nicht genutzt werden.
In den Versuchen bei Meschede zeigten die Sorten 2024 ein sehr gutes Massenwachstum. Im Mittel der Sorten und Standorte wurden Pflanzenlängen von mehr als 330 cm realisiert. Die Sorten schoben leicht verzögert bis Ende Juli die Fahnen und blühten in den ersten Augusttagen. Beste Bedingungen für die Kolbenfüllung begünstigten die Stärkeeinlagerung und sorgten für große Abreifefortschritte in der ersten Septemberhälfte, die unter feuchtkühlen Bedingungen im weiteren Verlauf allerdings stagnierten oder gänzlich zum Erliegen kamen. Die Versuche in Meschede konnten dann in der ersten Oktoberwoche zusammen mit den Praxisbeständen gehäckselt werden.
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