Silphie für den Gewässerschutz

Foto: Dr. Michael Dickeduisberg

Am Abend des 28. Juli begrüßte Tim Kollath, Geschäftsführer des Arbeitskreises für Gartenbau, Landwirtschaft und Wasser in Wasserschutzgebiet Urfeld (GLWU) die Teilnehmer in direkter Umgebung der Demonstrationsflächen zum Gewässerschutz. Dazu gehört inzwischen auch eine neu angelegte Fläche mit Silphie. Sie soll mit ihrem tiefen Wurzelsystem und hoher Stickstoffaufnahmefähigkeit die Werte an mineralisiertem Stickstoff im Boden zum Ende der Vegetationsperiode reduzieren und Eintragungen ins Grundwasser deutlich verringern. Im Ansaatjahr bildet die Silphie nur eine bodenständige Rosette, weshalb den Teilnehmern die gelbe Blühte in diesem Jahr verborgen blieb. Aufgrund der hohen Saatgutkosten ist die Etablierung der Silphie mit circa 1 900 €/ha kostenintensiv. Wirtschaftlich amortisiert sich die Investition in diese Dauerkultur durch Einsparung jährlicher Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz und Aussaat nach ungefähr sieben Jahren. Hauptsächlich wird die Silphie als Substrat in Biogasanlagen verwendet. Gerd­Hinrich Groß von der Firma Donau­Silphie erläuterte weitere bereits in der Praxis erprobte Nutzungsmöglichkeiten der Silphie. Mittels eines biothermischen Verfahrens werden in Pilotanlagen vor der Vergärung in der Biogasanlage Fasern separiert. Diese werden zur Herstellung von Papier sowie Fasergussanwendungen, wie beispielsweise Verpackungen, genutzt. Die nicht zur Faserverwendung geeigneten Reststoffe werden anschließend in der Biogasanlage genutzt. Großes Potenzial sehen die Anwesenden in der Bindung von CO2 im Boden. Die Dauerkultur Silphie baut über die Anbaujahre Humus im Boden auf und bindet somit CO2. Spezialisierte Dienstleister bieten den Verkauf dieses gebundenen Kohlenstoffs in Form von Zertifikaten an.

Dr. Michael Dickeduisberg, Landwirtschaftskammer NRW