Ist der digitalisierte Smart Store eine innovative Lösung für die steigenden Lohnkosten und knappen personellen Ressourcen in der Direktvermarktung? Zu dieser Frage veranstaltete die Landwirtschaftskammer NRW am 2. September ein Online-Seminar. Anna Eicker, Landwirtschaftskammer NRW, berichtet.
Ein Smart Store ist ein digitalisierter Hofladen, der rund um die Uhr geöffnet sein kann. Hier kaufen Kunden ohne Anwesenheit von Personal ein. Smart Stores können ganz verschiedene Formen annehmen, berichtete Lea Mußenbrock, Kammer-Beraterin für Direktvermarktung im Münsterland. Ein Smart Store in Containerbauweise ermöglicht eine zügige Installation und eine flexible Wahl des Standorts.
Integriert in ein Gebäude kann der Smart Store große Verkaufsflächen annehmen. Je nach Standort, Sortiment und Kundenzielgruppe bieten sich unterschiedliche Kassensysteme an. Insbesondere für kleine Sortimente und geringere Kundenfrequenz ist eine reine Softwarelösung interessant. Kunden scannen die Produkte über eine App mit dem eigenen Handy und zahlen online.
Ein Kassensystem mit Self-Check-out-Kasse erfordert dagegen insgesamt eine höhere Investitionssumme. Das Kassenterminal ist für Kunden leicht zu bedienen und ermöglicht einen größeren Einkauf. Self-Check-out-Systeme können mit einem Kartenleseterminal und einem Bargeldwechsler verbunden werden.
Digitale Infrastruktur
Als Gastreferentin berichtete Jana Sonnen von ihrem Betrieb. Sie und Jens Sonnen vom Gut Kaiserhof haben 2024 einen Smart Store eröffnet. Vorher haben sie sich viele Gedanken gemacht: Welches Kassensystem funktioniert für uns am besten? Brauchen wir Barzahlung? Und wie werden die Kunden mit dem System zurechtkommen?
Heute sind sie zufrieden mit dem System von Ackerpay, das als All-in-one-System neben Kassenterminal und Bargeldwechsler auch die Zugangssteuerung, Warenwirtschaft und die Lichtsteuerung beinhaltet. Das gesamte System ist über die Cloud vernetzt. „Wenn bei uns das Internet ausfällt, funktioniert im Laden nichts mehr“, sagte Jana Sonnen. Beim Aufbau eines Smart Stores sollte daher unbedingt an eine stabile Internetverbindung gedacht werden.
Mehr in LZ 38-2025 ab S. 35.