Buchstäblich unbezahlbar: Die Ehrenamtlichen in Nordrhein-Westfalen leisten freiwillige Arbeit im Wert von 19,14 Mrd. € jährlich. Das geht aus dem Ehrenamtatlas hervor, den Westlotto auf der Basis einer aktuellen Forsa-Umfrage erstellt hat. Erstmals liegen auch Zahlen zur Veränderung des ehrenamtlichen Einsatzes in der Corona-Pandemie vor.
Fast die Hälfte (46 %) der ehrenamtlich Engagierten bringt demnach seit dem Beginn der Pandemie etwas (22 %) beziehungsweise deutlich (24 %) weniger Zeit für ihr Ehrenamt auf. „Es wird ein unvergleichlicher Kraftakt, diese Menschen wieder ins Ehrenamt zurückzuholen“, sagt Andreas Kötter, Sprecher der Geschäftsführung von Westlotto. Stefan Klett, Präsident Landessportbund NRW, bestätigte das: „Es ist schwierig, abzusehen, wie sich das Ehrenamt nach der Corona-Pandemie entwickeln wird. Viele haben während der Pandemie gemerkt, dass man auch ohne Vereine und lieber privat seine Zeit verbringen kann. Aber wir hoffen, mit zunehmender Aktivität das Interesse am Ehrenamt wieder zu wecken. Die Menschen haben gemerkt, dass Sport und Bewegung vor allem für Kinder und Jugendliche einen ganz hohen Stellenwert haben. Eine gemeinsame Initiative für das Ehrenamt in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft würden wir sehr begrüßen.“
Professorin Dr. Andrea Walter von der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW hat die Einordnung der Umfrageergebnisse wissenschaftlich begleitet. Die Ehrenamtsforscherin hatte den Rückgang des Engagements während der anhaltenden Corona-Pandemie mit ihren Lockdowns und Schließungen erwartet. „Zum ersten Mal haben wir hierzu nun aber konkrete Zahlen für das Land NRW vorliegen – und diese sollten uns im Sinne des Ehrenamts aufhorchen lassen“, sagte Walter. Auch sie hält nachhaltige Aktivitäten zur Steigerung der Attraktivität des Ehrenamts deshalb für unverzichtbar.
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