Berufsgruppen, die überwiegend im Freien arbeiten, sind von Natur aus einer stärkeren Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Umso wichtiger ist ein entsprechender Schutz, der durch gezielte Maßnahmen deutlich optimiert werden kann. Denn ein Übermaß an UVA- und UVB-Strahlung schädigt die Haut und erhöht das Hautkrebsrisiko. Nach wie vor führt der weiße Hautkrebs die Rangliste der Berufskrankheiten mit über 2 000 Verdachtsanzeigen pro Jahr an. Darauf weist die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) anlässlich des Tags des Sonnenschutzes am 21. Juni 2022 hin.
Wie wirkt die wärmende und oft als wohltuend empfundene Sonne auf den Menschen? Sonnenstrahlung wird vom Menschen grundsätzlich für die Bildung des lebensnotwendigen Provitamins D3 benötigt. Diese Stoffgruppe ist wichtig für das Immunsystem, den Knochenaufbau, die Zähne und Muskeln. Zudem kann es präventiv gegen Krebs und chronische Erkrankungen wie Osteoporose wirken. Treffen Sonnenstrahlen auf die Haut des Menschen, so schüttet der Körper vermehrt sogenannte Glückshormone wie Endorphine aus und Serotonin, das das allgemeine Wohlbefinden steigert und depressiven Verstimmungen entgegenwirkt. Sonnenlicht spielt zudem beim Sättigungsgefühl, bei der Verdauung und der Einstellung auf den Tag-Nacht-Rhythmus eine Rolle.
Aber schon bei einmalig zu hoher Belastung durch Sonnenstrahlung besteht eine akute Gefahr für die Gesundheit. Schäden durch UV-Strahlung spürt man in der Regel erst, wenn es zu spät ist. Doch bereits ohne sichtbaren Sonnenbrand trägt die Strahlung zur Hautalterung bei und erhöht das Risiko für Hautkrebs. Darüber hinaus kann UV-Strahlung die Augen durch Blendung schädigen und zu Binde- und Hornhautentzündung sowie zu einer Linsentrübung des Auges führen. Eine starke Wärmeeinwirkung belastet das Herz-Kreislauf-System und den Wasser- und Elektrolythaushalt mit möglichen Folgen wie Austrocknung, Hitzschlag oder Sonnenstich.
Die Verhütung von schädigenden äußeren Einflüssen und Zuständen während des Arbeitslebens gehört zu den wichtigsten Aufgaben eines Arbeitsmediziners. Zu diesen Einflüssen zählt die natürliche UV-Strahlung durch die Sonne. Neben ihren vielen positiven und lebensnotwendigen Eigenschaften birgt ein Zuviel des Guten negative Folgen. So sind seit dem Jahr 2015 einige Hautkrebsarten, wie das „Plattenepithelcarcinom“, und Krebsvorstufen, die sogenannten aktinischen Keratosen, als Berufskrankheiten gelistet. Diese gesetzliche Regelung bezieht sich auf Menschen, die beruflich bedingt die meiste Zeit des Tages draußen arbeiten.
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