Gemeinsame Agrarpolitik muss reformiert werden
Den Reformbedarf in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) haben führende SPD-Agrarpolitiker unterstrichen. Es gehe darum, wirtschaftliche Notwendigkeiten mit Leistungen für das Gemeinwohl in Einklang zu bringen, sagte die Bundesabgeordnete Dr. Franziska Kersten bei einer Veranstaltung ihrer Fraktion in Berlin. Die europäische Agrarförderung müsse den Landwirten ermöglichen, „von ihrer Hände Arbeit“ gut leben zu können und gleichzeitig für sauberes Wasser, fruchtbare Böden, reine Luft, Artenvielfalt sowie den Erhalt der Kulturlandschaften zu sorgen.
Angesichts der weltpolitischen Lage messen die Sozialdemokraten der Versorgungssicherheit mit heimischen Lebensmitteln ein besonderes Gewicht bei. Gleichzeitig müssten junge Menschen ermuntert werden, Betriebe zu übernehmen und in Landwirtschaft zu investieren, betonte Kersten. Als ein besonderes Anliegen ihrer Fraktion nannte sie, Frauen in der Landwirtschaft zu fördern. Fraktionsvize Dirk Wiese fasste die Kernpunkte der SPD zusammen. Den Sozialdemokraten gehe es darum, den Generationswechsel zu gestalten, die Wertschöpfung der Erzeuger deutlich zu steigern und öffentliches Geld für öffentliche Leistungen einzusetzen.
Die SPD-Europaabgeordneten Maria Noichl sprach sich dafür aus, Ökodienstleistungen der Landwirtschaft in Wert zu setzen, um eine einkommenswirksame Honorierung zu erreichen. Bürokratiearm könne dies mit dem Konzept der Gemeinwohlprämie umgesetzt werden. Die derzeitigen Flächenprämien sieht Noichl als Auslaufmodell, da von ihr in erster Linie die Grundeigentümer profitierten.