„Man nennt uns inzwischen Landfrauen 2.0“, berichtet Melanie Tillmanns mit einem Augenzwinkern. Die junge Mutter ist seit Mai vergangenen Jahres Vorsitzende des RhLV-Ortsverbands Wassenberg. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin und Nachbarin Susanne Arnolds-Gerighausen sowie einem kleinen, feinen Team hat sie innerhalb eines Jahres das Angebot für Landfrauen und Frauen vom Land in ihrem Ort bemerkenswert belebt. Mit viel Engagement, Netzwerken und ganz viel Spaß an der Sache werden ständig tolle Veranstaltungen umgesetzt.
Dabei hatten die beiden heutigen Vorsitzenden einst wenig Interesse an den Landfrauen. Melanie Tillmanns wohnt mit ihrer Familie auf einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Ackerbau, Kartoffeln, Industriegemüse und Bullenmast. Susanne Arnolds-Gerighausen baut mit Mann und Sohn zusammen Frischgemüse unter Glas und im Freiland an. Bereits vor Jahren hatte der damalige Ortsvorstand bei den Freundinnen nachgefragt, ob sie mitarbeiten wollten. Denn den beiden ehemaligen Vorsitzenden Henriette Linden und Sigrid Gerighausen war klar, dass sich der Vorstand und damit die Ortsgruppe sonst wegen Erreichen der Altersgrenze auflösen würden. „Damals waren meine Kinder noch kleiner und ich fand das alles so altbacken bei den Landfrauen, das hat mich nicht angesprochen und Susanne ging es genauso“, erzählt Tillmanns. „Wir sind dann damals nur Mitglied geworden, weil wir am Kurs Agrarbürofachfrau teilgenommen haben.“
Am 10. Mai 2022 sind die beiden und ihr Team gewählt worden. „Wir haben am Tag der Versammlung noch überlegt: Machen wir es oder nicht?“, berichtet Arnolds-Gerighausen lachend. Natürlich hatten die beiden schon länger darüber nachgedacht und sich schließlich einen Schubs gegeben, nach dem Motto: Mehr als schiefgehen kann es nicht. Ein Beweggrund war unter anderem, dass sich fast zeitgleich im Ort und im Nachbarort die Katholischen Frauengemeinschaften aufgelöst hatten, die sich nicht über die Coronazeit retten konnten. Ihren Mitgliedern wollten die Landfrauen ein neues „Zuhause“ bieten.
Der komplette ehemalige RhLV-Ortsvorstand musste wegen der Altersgrenze abtreten – bis auf die damalige Kassenführerin Verena Heim, die dem Vorstand als Beisitzerin erhalten blieb. Neu gewählt wurden auch Sabine Bierbaum, inzwischen Kassenführerin, sowie die Beisitzerinnen Monika Jansen und Gabi Bauer. Die neuen Vorstandsmitglieder, außer den beiden Vorsitzenden, kannten sich eigentlich gar nicht untereinander, verstanden sich aber auf Anhieb bestens. „Alle Damen sind völlig unterschiedlich, aber vielleicht ist das manchmal sinnvoll, denn Gegensätze ziehen sich bekanntlich an“, meint die Vorsitzende.
Der Ortsverband hatte vor einem Jahr 58 überwiegend ältere Mitglieder. „Die standen nach der Wahl direkt alle hinter uns, das hätten wir so gar nicht erwartet“, freut sich Melanie Tillmanns heute noch. Und natürlich sind die Ehemaligen aus dem Vorstand weiterhin unterstützend und beratend an ihrer Seite, wenn gewünscht.
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