Stadt, Land, Garten und wilde Vielfalt

Foto: Dr. Elisabeth Legge

Sind Sie ein Gartenfan? Eintauchen in eine spannende Welt des Gärtners können nun Besucher des Kommener Freilichtmuseums. In der Scheune Sechtem in der Baugruppe Eifel erwartet sie die neue Ausstellung „Stadt, Land, Garten – Wilde Vielfalt zwischen Küchengarten und Feldflur“. Ein weiter Bogen wird mit der Ausstellung gespannt. Der Ausstellungsbereich „Stadt, Land, Garten“ erzählt die Kulturgeschichte des Nutzgartens vom Klostergarten über ländliche Hausgärten und kleinstädtische Siedlungs- und Kleingartenanlagen bis zur Neuzeit. Hierzu gehören natürlich aktuelle Trends wie Urban Gardening oder City-Farming. Die Gartenarbeit über die Jahrhunderte wird anhand von Objekten, Grafiken und Fotos veranschaulicht. Auch Ratgeberliteratur – unter anderem zum Einkochen – fehlt nicht. Selbstverständlich wird auch das Thema Garten und Erholung aufgegriffen.

Und darüber hinaus kommen Gärtnerinnen und Gärtner zu Wort und schildern ihre Erfahrungen zum Thema Garten. An verschiedenen Stellen in der Scheune Sechtem liegen kleine Holzwürfel, die mit Lautsprechern versehen sind, und man kann den Ausführungen der Gärtnerinnen und Gärtner lauschen.

Einem anderen Bereich widmet sich der zweite Teil der Ausstellung. Dieser dreht sich um die „Wilde Vielfalt im Museum“. Vorgestellt wird in diesem Bereich der Ausstellung das gemeinsam von der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft und dem Freilichtmuseum im vergangenen Jahr gestartete Projekt „Wilde Vielfalt im Museum“. Was viele als Unkräuter ansehen, sind keine. Dies wird im Rahmen der Ausstellung verdeutlicht. In früheren Zeiten wussten die Menschen mit diesen Pflanzen viel anzufangen und das Wissen ist langsam wieder gefragt. Wildkrautprodukte wie Löwenzahn-Limonade, Waschmittel mit Seifenkraut und Kleider aus Brennnesselstoff liegen im Trend. Viele der wild wachsenden Pflanzenarten, die früher typisch für Äcker und Dörfer waren, sind jedoch heute gefährdet. Das Projekt „Wilde Vielfalt im Museum“ hat sich zum Ziel gesetzt, diese seltenen Arten zu erhalten und das Wissen hierüber weiterzutragen. Der Ausstellungsbereich gewährt dabei einen vertiefenden Einblick in die Welt der Wildkräuter und lädt dazu ein, ihre vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten zu entdecken. Im Außengelände des Museums können auch die selten gewordenen Wildkräuter im Schaugarten begutachtet werden.

Gärtnern heißt aktiv sein und dazu fordert die Ausstellung die kleinen und großen Besucher ebenfalls auf. Inhalte werden zum Puzzeln, Kurbeln oder Suchen vermittelt. Und gepflanzt und gejätet werden darf im Außenbereich ebenfalls. Hierzu steht eine Gemeinschaftskiste bereit.

Die Ausstellung „Stadt, Land, Garten – wilde Vielfalt zwischen Küchengarten und Feldflur“ ist noch bis zum 28. November geöffnet. Die Ausstellung in der Scheune Sechtem ist coronakonform gestaltet. Wer die Ausstellung besuchen möchte, sollte sich jedoch vorab auf der Website des Museums unter www.kommern.lvr.de informieren.

el