Tierwohl steigern, negative Effekte für die Umwelt verringern, Nachhaltigkeit gewährleisten und wirtschaftlich zu betreiben – das sind laut Dr. Thorsten Klauke, Leiter Geschäftsbereich Tierhaltung und Tiergesundheit der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, wesentliche Ziele neuer Stallkonzepte im Rahmen der Nutztierstrategie. Dafür wurden zwei Konzepte entwickelt, die sich an den Stufen 2 beziehungsweise 3 des geplanten staatlichen Tierwohllabels orientieren und die als Prototypen demnächst auf Haus Düsse errichtet werden sollen.
Das eine Stallsystem könne man als evolutionär bezeichnen; vieles an dem Außenklimastall, der über perforierte Böden mit Unterflurschieber, Liegekisten und einem innen liegenden Auslauf verfüge, sei als Weiterentwicklung bekannter Konzepte zu sehen. Das andere dagegen sei eher revolutionär und verfügt zum Beispiel über eine begrünte Klimazone in der Stallmitte, ein zu öffnendes Dach, Liegebetten sowie eine technische Kot-Harn-Trennung und Unterflur-Zu- und -Abluftführung. Klauke rechnet mit rund 950 € Baukosten je Mastplatz für den Modellstall auf Düsse in der Variante „evolutionär“. Die Kosten lägen hierbei höher als bei Realisierung in der landwirtschaftlichen Praxis, da auf Düsse Besucherplattformen mit Glasfronten die Kosten erhöhen würden.
Ministerium und Kammer rechnen damit, dass die beiden Modellställe bis 2022 fertiggestellt sind. Dort sollen dann auch Versuche mit unterschiedlichen Fütterungsregimes gefahren werden, um deren Wirkung auf Emissionen untersuchen zu können. Skizzen von Grundriss und Querschnitt der beiden Stallvarianten finden Interessierte auf der Website der LZ unter www.lz-rheinland.de. ds
Schemas der beiden Stallvarianten: